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Aktuell Asien

Pakistan läßt mutmaßlichen Mumbai-Drahtzieher frei

Die pakistanische Justiz hat den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge im indischen Mumbai, Lakhvi, im Jahr 2008 gegen Kaution freigelassen. Gerichte hatten dies bereits im Dezember angeordnet.

Zaki-ur-Rehman Lakhvi sei am Donnerstagabend aus dem Gefängnis gekommen, sagte ein Beamter der Haftanstalt Adiyala in Rawalpindi am Freitag. Er war nach indischen Angaben Militärchef der von Pakistan aus operierenden Extremistengruppe Lashkar-e-Taiba, die Neu Delhli für den Anschlag verantwortlich macht. Ein Ableger der verbotenen Gruppe bestätigte die Freilassung. Lakhvi sei an einem sicheren Ort, sagte ein Sprecher.

Im Fall Lakhvi gab es seit fast vier Monaten ein Tauziehen. Mehrfach wurde ein Haftbefehl gegen ihn aufgehoben, mehrfach wurde er neu inhaftiert. Am Donnerstag entschied den Angaben zufolge das Oberste Gericht in Lahore die Freilassung Lakhvis nach Zahlung von zwei Millionen Rupien Kaution (rund 19.000 Euro).

Die indische Regierung verurteilte die Freilassung Lakhvis scharf. Dies sei eine "Beleidigung" der Opfer der Anschläge vom November 2008, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums in Neu Delhi.

Neue Belastung der bilateralen Beziehungen

Bei den Anschlägen in Mumbai hatten zehn Angreifer mit Maschinengewehren und Handgranaten bewaffnet in einem Zeitraum von mehr als 60 Stunden mehrere Luxushotels, Cafés, einen Bahnhof und ein jüdisches Gemeindezentrum verwüstet. Die Angreifer töteten insgesamt 166 Menschen, neun der Attentäter wurden bei der Attacke selbst getötet. Der Überlebende, Mohammed Ajmal Kasab aus Pakistan, wurde 2012 in Indien hingerichtet, nachdem er für sich selbst die Todesstrafe gefordert hatte.

Die Freilassung könnte die Beziehungen der beiden Erzfeinde Pakistan und Indien weiter belasten, die mit dem Überfall auf Mumbai einen neuen Tiefpunkt erreicht hatten. Die beiden Atommächte haben seit ihrer Unabhängigkeit 1947 bereits drei Kriege gegeneinander geführt.

gmf/SC (afp, rtr)