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Asien

Pakistan kämpft ums Überleben

Der pakistanische Staat kämpft nach den Worten von Präsident Asif Ali Zardari angesichts des Erstarkens der radikal-islamischen Taliban um sein Überleben.

Pakistans Präsident Zardari (dpa-Archivbild)

Präsident Zardari (Archivbild)

Die Taliban operierten mittlerweile nicht nur in den Stammesgebieten in der Grenzregion zu Afghanistan, sondern hätten sich auch bis in die größeren Städte im Inland ausgedehnt, sagte Zardari am Sonntag (15.02.2009) in einem Interview des US-Senders CBS. "Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Taliban versuchen, in Pakistan die Macht zu übernehmen. Deshalb geht es um das Überleben von Pakistan", erklärte der Präsident.

Die Taliban und mit ihnen verbündete El-Kaida-Kämpfer nutzen die Grenzregion als Rückzugsraum für Angriffe auf internationale Soldaten im benachbarten Afghanistan. Aufständische haben in den vergangenen Monaten Hunderte von Anschlägen in Pakistan verübt. Darunter war auch ein verheerender Autobombenanschlag auf das Marriott-Hotel in der Hauptstadt Islamabad im September 2008, bei dem über 50 Menschen starben.

"Es ist wichtig, dass wir sie aufhalten"

Zur in der Öffentlichkeit in Pakistan weit verbreiteten Sicht, dass der Kampf gegen die Taliban und El Kaida eigentlich ein Stellvertreterkrieg für die USA sei, sagte Zardari: "Wir machen das niemandem zum Gefallen."Die Atommacht Pakistan habe die Präsenz der Taliban zu lange als gegeben hingenommen. "Unsere Streitkräfte wurden nicht aufgestockt. Da gab es Schwächen, und das haben sie ausgenutzt", sagte Zardari.

"Meine eigene Frau ist ihnen zum Opfer gefallen, die Mutter meiner Kinder", erklärte der Präsident mit Blick auf die Ermordung der früheren Ministerpräsidentin Benazir Bhutto am 27. Dezember 2007 in Rawalpindi. Das Attentat ist bis heute nicht aufgeklärt. "Es ist wichtig, dass wir sie aufhalten (...) und dass sie nicht darüber bestimmen, wie wir leben."

US-Raketenangriff im Grenzgebiet

Bei einem US-Raketenangriff im Nordwesten Pakistans sind nach Angaben aus pakistanischen Geheimdienstkreisen 27 militante Islamisten getötet worden. Die Drohne habe ein Haus in dem Dorf Shrawangai Nazarkhel zerstört, in dem sich Dutzende Gefolgsleute des pakistanischen Taliban-Führers Baitullah Mehsud aufgehalten hätten. Es gebe allerdings keine Hinweise, dass auch Mehsud anwesend gewesen sei.

Die US-Streitkräfte haben seit vergangenen Juli vermutlich mehr als 30 Luftangriffe im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet durchgeführt, um die Führung des Terrornetzwerks El Kaida zu schwächen. Die pakistanische Regierung hat scharf protestiert und erklärt, bei den meisten Opfern handele es sich um Zivilpersonen. (wga)

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