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Asien

Pakistan jagt die Attentäter von Lahore

Der Anschlag auf Sri Lankas Kricket-Mannschaft in Lahore kostete acht Menschen das Leben. Nun hat die Jagd nach den Tätern begonnen - und die Suche nach dem Motiv.

Sicherheitskräfte mit einem der verwendeten Raketenwerfern

Sicherheitskräfte mit einem der verwendeten Raketenwerfern

Bei dem Anschlag auf das Kricket-Nationalteam von Sri Lanka am Dienstag (03.03.2009) wurden in der ostpakistanischen Stadt Lahore acht Menschen getötet. Nach Polizeiangaben handelt es sich bei den Opfern um sechs Polizisten aus der Eskorte der Mannschaft und zwei Zivilisten. Mehrere Spieler wurden verletzt.

Wie der örtliche Polizeichef Haji Habibur Rehman berichtete, griffen rund ein Dutzend maskierte Männer den Mannschaftsbus unweit des Stadions mit Handgranaten, Raketenwerfern und Maschinengewehren an. Die Täter konnten danach entkommen.

Kricket-Spieler aus Sri Lanka werden nach dem Anschlag in Lahore mit einem Helicopter evakuiert (Quelle: AP)

Ein Hubschrauber brachte die Kricket-Spieler nach dem Anschlag in Sicherheit

Sri Lankas Präsident Mahinda Rajapakse verurteilte die Tat als "feigen terroristischen Anschlag". Die Kricket-Spieler seines Landes seien als "Botschafter des guten Willens" nach Pakistan gekommen. Pakistans Präsident Asif Ali Zardari und Premierminister Yousuf Raza Gilani kündigten "sofortige Ermittlungen" an.

"Sie waren gut vorbereitet"

Die Polizei präsentierte inzwischen mehrere am Tatort gefundene Kalaschnikow-Gewehre, Raketenwerfer, Handgranaten und Plastiksprengstoff. Die Sicherheitskräfte stellten außerdem Kekse, Wasser und Medikamente sicher. "Sie waren zu allem entschlossen und gut vorbereitet", sagte Punjabs Polizeichef Khuwaja Khalid Farooq über die Attentäter.

Der sri-lankische Kricket-Spieler Mahela Jayawardene mit einem Pflaster auf der Nase (Quelle: AP)

Die sri-lankischen Nationalspieler wie Mahela Jayawardene waren auf dem Weg ins Stadion

In Lahore sollte Sri Lanka den dritten Tag eines fünftägigen Matches gegen Pakistan bestreiten. Das Spiel wurde nach dem Terroranschlag abgesagt, die sri-lankische Nationalmannschaft reiste ab. Sie ist inzwischen wieder in Sri Lanka eingetroffen. Die Opposition in Sri Lanka übte Kritik an der Pakistanreise des Kricket-Teams. Die Regierung in Colombo hielt dagegen, Pakistan habe dem Team Sicherheitsvorkehrungen zugesagt, wie sie für Staats- und Regierungschefs üblich seien.

Rätseln über die Motive

Kricket ist Pakistans Nationalsport und in ganz Südasien äußerst beliebt. Der Angriff auf ein Kricket-Team hat deswegen hohe Symbolkraft. Es herrscht jedoch Rätselraten über die Motive dafür, die Mannschaft Sri Lankas anzugreifen. Sie war für das indische Team eingesprungen, das nach den Anschlägen von Bombay die geplante Serie von Spielen in Pakistan abgesagt hatte.

In den vergangenen Monaten hatten schon die Kricket-Nationalmannschaften Südafrikas und Australiens wegen Sicherheitsbedenken ihre Spiele in Pakistan abgesagt. Pakistan wird unter anderem vom Nachbarland Indien vorgeworfen, nicht effektiv genug gegen Extremisten vorzugehen.

Der letzte vergleichbare Anschlag auf Sportler wurde bei den Olympischen Spielen in München 1972 verübt. 11 Mitglieder israelischen Mannschaft kamen bei der Entführung und dem gescheiterten Befreiungsversuch ums Leben. (sam)

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