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Pressemitteilungen

Pakistan: Guantanamo-Häftling fordert 10,4 Millionen US-Dollar Entschädigung

Pakistanischer Anwalt und Menschenrechtlerin im Interview mit DW-RADIO

Als Folge der umstrittenen Inhaftierung von rund 600 Bürgern überwiegend asiatischer Herkunft auf der US-Marinebasis Guantanamo Bay in Kuba hat der renommierte pakistanische Anwalt Muhammad Ikram Chaudry in einem der ersten juristischen Verfahren gegen mehrere US-Ministerien für seinen Mandanten Muhammad Sagheer eine Entschädigung von 10,4 Millionen US-Dollar gefordert. Der muslimische Missionar war nach mehr als zehnmonatiger Haft freigelassen und mit 100 US-Dollar entschädigt worden. In einem Gespräch mit dem Urdu-Programm von DW-RADIO erklärte der Anwalt, die in dieser Woche eingereichte Klage, die sich auch gegen das pakistanische Innenministerium richtet, werde ab 18. Dezember vor dem Distriktgericht in Islamabad verhandelt.

Der pakistanische Geistliche war im November 2001 bei der Ausübung seines Amtes in der afghanischen Stadt Kundus verhaftet und nach eigenen Angaben wochenlang durch Afghanistan transportiert worden. Dabei habe er zahlreiche Gräueltaten erlebt. So seien Gefangene in überfüllten Containern erstickt und Verletzte lebendig begraben worden. US-Soldaten hätten dabei nicht eingegriffen. Er selbst sei wochenlang in einem Käfig, der 1.80 Meter hoch bzw. breit war, gehalten worden, ohne beten zu dürfen. Für Mahlzeiten seien maximal zehn Minuten eingeräumt worden. Ein Jahr nach seiner Verhaftung sei er wegen "erwiesener Unschuld" nach Afghanistan ausgeflogen worden.

Chaudry sagte gegenüber DW-RADIO, vor Gericht gehe es "auch um die Missachtung der Genfer Konventionen durch die USA". Die pakistanische Bürgerrechtlerin Asma Jahangir sagte in DW-RADIO: "Unsere amerikani-schen Freunde sagen uns, dass wir in Pakistan eine Art Musterprozess führen müssen. Wenn die Leute in den USA nicht klagen können, wo sollen sie es denn sonst tun?"

7. November 2003
218/03
Rückfragen bitte an: Thomas Bärthlein, DW-RADIO/Urdu, Hindi, Bengali;
Tel. 0228/429 – 4761; E-Mail: thomas.baerthlein@dw-world.de

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  • Datum 07.11.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4IWe
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