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Asien

Pakistan geht gegen deutsches Büro vor

Die Geheimdienste Pakistans und Deutschlands sind offiziell Verbündete. Dennoch sind pakistanische Sicherheitskräfte nun nach DPA-Informationen gegen den Bundesnachrichtendienst in Peshawar vorgegangen.

Siegel des Bundesnachrichtendienstes BND (Foto: dpa)

Siegel des Bundesnachrichtendienstes

Ein hochrangiger Polizist in der Hauptstadt der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa sagte, drei Deutsche seien am Samstag kurzzeitig in Polizeigewahrsam genommen worden. Sie hätten zu einem ungenehmigten Verbindungsbüro der Deutschen Botschaft gehört. Das Büro sei versiegelt worden. Ein pakistanischer Geheimdienstoffizier, der anonym bleiben wollte, sagte der Deutschen Presseagentur, die Deutschen seien Geheimdienstmitarbeiter. Nach Angaben der Polizei wird den Deutschen vorgeworfen, gegen das Ausländergesetz verstoßen zu haben. Sie hätten keine Dokumente vorweisen können, die ihnen erlaubten, sich in Peshawar aufzuhalten. Aus juristischer Sicht sind die Vorwürfe nicht besonders schwerwiegend. Sie können aber als Grund für eine Ausweisung dienen.

Keine offizielle Außenstelle

Die deutsche Botschaft hat in Peshawar keine offizielle Außenstelle. Nach dpa-Informationen unterhält aber der Auslandsgeheimdienst BND dort seit mehreren Jahren ein Büro - und zwar mit dem Wissen und der Genehmigung der pakistanischen Behörden. Dabei waren nie Zwischenfälle bekanntgeworden. Deshalb erscheinen die Vorwürfe aus deutscher Sicht absurd. Beobachter rätselten daher über den Hintergrund des Vorfalls.

Nach Polizeiangaben wurden die drei Männer noch am Samstag an Diplomaten der Deutschen Botschaft in Islamabad übergeben. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin erklärte indessen, über Festnahmen sei nichts bekannt. "Wir sind um Aufklärung bemüht." Deutschland - wie auch die USA - sind offiziell Verbündete Pakistans im Kampf gegen Extremismus. Allerdings sind besonders die Beziehungen zwischen Washington und Islamabad seit Monaten schwer belastet.

Zahlreiche Extremisten in der Stadt

Peshawar liegt unweit der afghanischen Grenze und gilt wegen der Anwesenheit zahlreicher Extremisten als hochsensible Stadt. In den nahe gelegenen Stammesgebieten auf der pakistanischen Seite operieren radikalislamische Taliban und das Terrornetz Al-Kaida. Internationale Journalisten, die aus dem Ausland anreisen, erhalten in der Regel keine Erlaubnis, die Stadt zu besuchen.

hp/rb (dpa)