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Politik

Pakistan droht mit der Ghauri

Pakistan hat an diesem Wochenende eine weitere Rakete getestet. Der Flug einer Kurzstreckenrakete mit einer Reichweite von bis zu 290 Kilometern sei erfolgreich verlaufen, hieß es in einer amtlichen Erklärung.

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Eine Rakete vom Typ "Ghauri" in Aktion

Mit Hinweis auf die US-Offensive in Afghanistan hat der indische Ministerpräsident Atal Bihari Vajpayee einen schärferen Kurs im Kaschmir-Konflikt angedroht. Wie die USA werde auch Neu-Delhi terroristischen Angriffen auf Dauer nicht tatenlos zusehen, erklärte Vajpayee am Sonntag (26. Mai 2002). Ungeachtet internationaler Appelle um Zurückhaltung testete Pakistan am Wochenende zwei Raketen.

"Wenn die Welt gegen den Terror vorgeht und amerikanische Streitkräfte in Afghanistan gegen die Kräfte des Terrorismus kämpfen, wie und wie lange sollte Indien dann den Terrorismus tolerieren?" erklärte Vajpayee in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Der internationalen Gemeinschaft müsse klar sein, dass die Geduld Indiens nicht unendlich sei.

Putin kündigt Vermittlungsinitiative an

Der russische Präsident Wladimir Putin rief die beiden Atommächte derweil auf, den Streit um die Kaschmir-Region auf dem Verhandlungsweg zu lösen. Er sagte, er wolle beide Regierungschefs zu Gesprächen am Rande eines Asiengipfels Anfang Juni in Kasachstan einladen, um eine Eskalation zu verhindern. Pakistan heiße die Initiative willkommen, erklärte ein Regierungssprecher.

Indien hatte nach dem erstem Test gelassen reagiert

Schon am Samstag hatte Pakistan ein atomwaffenfähiges Geschoss erprobt. Präsident Pervez Musharraf gab den Test der Ghauri-Rakete in Islamabad offiziell am Samstag bekannt. Die Rakete sei 1.500 Kilometer weit geflogen und habe genau ihr Ziel getroffen. "Wir wollen keinen Krieg, aber wir sind zum Krieg bereit", sagte Musharraf. Indien reagierte gelassen auf den von Pakistan angekündigten Test: "Die indische Regierung ist nicht sonderlich von diesen Raketen-Possen beeindruckt", sagte Außenamtssprecherin Nirupama Rao. Der Test diene innenpolitischen Zwecken und habe nichts mit der "gegenwärtigen Lage" in Kaschmir zu tun.

Pakistan und Indien führten 1998 erfolgreich Atomwaffentests durch und gelten seitdem offiziell als Atommächte. Die jetzt erprobte Rakete vom Typ Ghauri kann atomare und konventionelle Sprengköpfe tragen und Ziele bis weit in Indien erreichen. Bundesaußenminister Joschka Fischer zeigte sich in einem Zeitungsinterview besorgt über eine "drohende Nuklearisierung des Konflikts". Wichtig sei, dass der "grenzüberschreitende Terrorismus in Kaschmir unterbunden wird, und das wird vor allen Dingen von der pakistanischen Seite zu leisten sein", sagte Fischer der "Welt am Sonntag".

Iran bestätigt ebenfalls Raketentests

Der Iran hat Anfang Mai erfolgreich eine Mittelstreckenrakete mit einer Reichweite von 1.300 Kilometern getestet. Verteidigungsminister Ali Schamchani sagte am Sonntag (26. Mai 2002), die Rakete vom Typ Schahab-3 sei zu Testzwecken gezündet worden. Er bestätigte damit entsprechende Berichte aus den USA. Zugleich dementierte er, dass Iran plane, Raketen vom Typ Schahab mit einer größeren Reichweite zu entwickeln. Die Schahab-3-Rakete könnte Ziele in Israel sowie US-Stützpunkte in Saudi-Arabien, Afghanistan oder im Osten der Türkei erreichen. (fro)

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