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Europa/Zentralasien

Pakistan & Afghanistan: Bildungsfernsehen für Kinder

Mit einem Projekt in den paschtunischen Gebieten Afghanistans und Pakistans will die DW-AKADEMIE das Bildungsangebot für Kinder und Jugendliche verbessern. Dabei setzt sie vor allem auf TV-Angebote.

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Trotz massiver Bemühungen der internationalen Gemeinschaft ist die Bildungssituation in Afghanistan und Pakistan nach wie vor katastrophal: Fast siebzig Prozent der Jungen und achtzig Prozent der Mädchen in Afghanistan können nicht lesen und schreiben, gerade mal dreißig Prozent der Grundschüler im benachbarten Pakistan beenden die Grundschule.
Die Gründe dafür, so Florian Weigand, sind vielfältig. „Zum Einen hat es mit der Sicherheitslage in den paschtunischen Gebieten zu tun, zum Anderen mit dem Wiedererstarken der Taliban und der radikalen traditionalistischen Werte.“ Weigand ist Projektmanager der DW-AKADEMIE. Er hat gerade ein Trainingsmodul in Pakistan beendet. „Unser Ziel ist es, die Bildungs- und Informationsprogramme für Kinder im afghanischen und pakistanischen Fernsehen zu verbessern.“

#geosmall#Unter dem Titel „Wissen macht Spaß! – Kinderfernsehen für die paschtunischen Gebiete in Pakistan und Afghanistan“ hat das Projekt bereits im Mai mit dem Besuch von Journalisten aus Pakistan und Afghanistan in München beim Kinderfilmfestival „Prix Jeunesse“ und beim Kinderkanal Ki.Ka in Erfurt begonnen. Das erste Trainingsmodul fand dann im Juni und Juli diesen Jahres statt: Vor Ort in Kabul unterstützte Florian Weigand Journalisten, Moderatoren und Techniker des Senders Shamshad TV bei der Einführung eines neuen Kinderprogramms. Außerdem arbeitete er in Baragali, rund 150 Kilometer nordwestlich der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, mit Journalisten von Khyber TV und Campus TV/Radio der Universität Peschawar an besseren Angeboten für Kinder.

„Mit dem Projekt wollen wir bereits bestehende Kinderprogramme weiterentwickeln und neue Formate einführen.“ Dabei, so Weigand, orientiere sich die DW-AKADEMIE an den deutschen Vorbildern wie „Wissen macht Ah“, „Logo!“, „Löwenzahn“ und der „Sendung mit der Maus“ – „alles natürlich kulturell angepasst“.
Man wolle den jungen Menschen in den paschtunischen Gebieten so die Chance geben, „sich durch Wissen zu entfalten und später beruflich zu orientieren“, erläutert Weigand.

Bislang sind pädagogisch wertvolle Bildungsprogramme für Kinder und Jugendliche in der Region Mangelware. „Ich habe selbst Kinder und ich weiß, wie wichtig es ist, geeignete und gut gemachte Kindersendungen zu haben. Andernfalls schauen sie nämlich ausschließlich Cartoons“, sagt einer der pakistanischen Teilnehmer. Und ein anderer betont: „Das Training hat meine Einstellung zum Kinderfernsehen grundlegend geändert. Bislang habe ich gedacht, dass das eines der langweiligsten Dinge ist, die man als Journalist tun kann. Jetzt weiß ich: es ist eher eines der anspruchsvollsten.“

Das Projekt soll noch in diesem Jahr fortgesetzt werden. Geplant sind weitere Trainings in Kabul und Islamabad im Oktober und November diesen Jahres.