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Reise

Pack’ die Pudelmütze ein

Deutschland stöhnt unter der Hitze. Wie wär’s zur Abkühlung mal mit Skifahren in der Halle? DW-WORLD ist ins Rheinland in die Neusser "Winterworld" gefahren und hat es ausprobiert.

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Die Skihalle erhebt sich hinter der Dorfkirche Neuss-Grefrath

30 Grad im Schatten an einem Vormittag im Hochsommer - auf dem Parkplatz vor der großen Skihalle stehen dutzende Autos. Die Halle selbst ist ein hässlicher, riesiger Metallkasten auf Stelzen, der aussieht wie eine Schanze. Ich schultere meine Skischuhe und die Tasche mit den Skisachen und gehe den leichten Hügel zur verglasten Eingangshalle hoch.

Schön kühl

Skifahren in Neuss

Skifahren in der Halle

Dort wartet eine achte Klasse aus Kempen darauf, dass es endlich los geht. Die Kids waren im letzten Jahr schon mal da, einige haben hier in Neuss Skifahren gelernt und sind ganz begeistert: "Es ist schön kühl, wenn man da rein geht," sagt Tobias Boer. Die Mitarbeiter des Rechenzentrums der Finanzverwaltung von Düsseldorf haben sich die Skihalle als Ziel ihres Betriebsausfluges ausgesucht. Auch Belgier, Franzosen und Holländer treffe ich.

Wie beim Après-Ski

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann in der Winterworld in Neuss auch direkt die Reise nach Österreich buchen: Ein Reisebüro gibt es hier ebenso wie einen großen Skishop für’s Zubehör. Weiter nach hinten durch geht es zum Restaurantbereich: Stühle und Tische aus Holz sowie Kellner in Trachtenkleidung sollen österreichische Gemütlichkeit vermitteln. Am Wochenende geht hier die Post ab, wie Pressereferentin Tanja Behnke versichert: "In der Schirmbar ist es dann wie in einer normalen Disco: 2000 bis 3000 Leute feiern hier, nur die Musik ist die gleiche wie in den Bergen zum Après-Ski."

Auf zur Skipiste

Ich gehe die Wendeltreppe nach unten in den Umkleidebereich. In einem der vielen Schließfächer kann ich meine Sommerkleidung verstauen. Am Schalter dahinter leihe ich mir Ski, zwänge mich in dicke Socken, Skihose, Fleecepulli und Anorak - und bin komplett durchgeschwitzt. Jetzt noch in die Skischuhe, Skier, Mütze und Handschuhe geschnappt und dann suche ich die Skipiste. Ich gehe durch ein Drehkreuz, muss durch zwei Türen, und dann wird es kalt: Ich stehe im Schnee.

Von anerkannten Skilehrern respektiert

Allrounder-Halle in Neuss

Allrounder-Halle in Neuss

300 Meter lang und 60 Meter breit ist die Piste. Rechts geht ein Vierersessellift nach oben, links zwei Tellerlifte. Die Lifthäuschen sind aus Holz und die orangen Absperrnetze, die verhindern sollen, dass Skifahrer in den Ausgang rasen, kenne ich auch aus den Alpen. Ich nehme mir zwei Skistöcke vom Ständer, ziehe die Ski an und stakse zum Sessellift.

Eine gute Minute dauert die Auffahrt, links neben mir fahren Kids vorsichtig ihre Bögen oder rasen im Slalom um Kippstangen nach unten. Im Sommer kommen mehr Snowboarder als Skifahrer nach Neuss, sagt Geschäftsführer August Pollen. Martin Klein, der Leiter der hauseigenen Schneesportschule, ergänzt, dass seine ehemaligen Skilehrerkollegen aus Österreich und der Schweiz die Neusser mittlerweile respektieren.

Ideal für Anfänger

Auf minus 4 Grad ist die Halle ständig gekühlt, und ich bin mittlerweile oben angekommen. Jede Nacht schneit es in der Neusser Halle aus 10 Schneekanonen, die unter der Decke hängen. Und tatsächlich, der Schnee ist weich und pulvrig, ideal zum Skifahren. Der Abfahrtsspaß dauert gerade eine halbe Minute - dann bin ich schon wieder unten. Für Anfänger ist das Gelände allerdings ideal: Lawinen, Schneestürme und Nebel gibt es nicht.

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