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Europas Kulturhauptstädte

Pécs setzt auf Festivals

Essen für das Ruhrgebiet, Istanbul und Pécs: 2010 gibt es gleich drei Kulturhauptstädte in Europa. In Pécs, der ungarischen "Stadt ohne Grenzen", laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Abens sitzen Menschen in Straßencafes (Foto: Robert B. Fishman)

Die Organisatoren setzen beim Programm vor allem auf Festivals

Pécs bereitet sich auf 2010 vor: Alte und junge Menschen, Deutsche und Ungarn tanzen zusammen auf dem großen Platz vor dem Dom der ungarischen Stadt. Bei dieser öffentlichen Tanzstunde geht es nicht nur darum, sich zu bewegen, sondern auch darum, alte Traditionen zu pflegen. "Jeden Mittwoch stellt sich eine andere Nationalität der Stadt vor und zeigt ihre Kultur. Gerade sind die Ungarndeutschen an der Reihe", erzählt Krisztian Erdei, Redakteur beim deutschsprachigen Lokalsender des ungarischen Rundfunks.

Auf der Suche nach dem Besonderen

Erleuchteter Dom bei Nacht (Foto: Robert B. Fishman)

Der Dom als Kulisse für das Kulturprogramm

Vor dem Dom, auf dem die Ungarndeutschen noch tanzen, wird am Abend Musik gemacht. Das Promenadenfestival ist ebenfalls Teil der neuen Strategie der Kulturhauptstadt. "Wir haben vor, dass man im ganzen Jahr etwas Besonderes bekommt. Und deswegen machen wir von Frühling bis Spätherbst Straßenfestivals auf höchstem Niveau mit verschiedenen Thematiken", erklärt Tamas Szalay, der neue Programmdirektor der Kulturhauptstadt.

Vor ihm haben schon mehrere Direktoren aufgegeben oder sind gefeuert worden. So etwa András Mészáros, der im Oktober 2008 nach nur 16-monatiger Tätigkeit entlassen wurde. Zur Begründung hieß es, Mészáros habe die Programme in Zeitverzug gebracht und nicht genügend Sponsorengelder beschafft. Der damalige Direktor wies diese Vorwürfe zurück. Er sei nur deshalb entlassen worden, weil er sich von den Stadtoberen nicht habe hineinreden lassen.

Abseits der Programme

Blick über die Schulter eines Posaunisten (Foto: Robert B. Fishman)

Musik auf der Straße: Pécs will seinen Besuchern viel bieten

Aber nicht nur die Festivals sollen die Touristen nach Pécs locken. Die Stadt mit ihren 160.000 Einwohnern habe viel zu bieten, sagt Janosch Habel, ein Donauschwabe, wie die deutschen Siedler hier genannt werden. "Pécs ist berühmt dafür, dass hier viele Kulturen und viele geschichtliche Schichten übereinander zu finden sind", erklärt Habel, der auch Stadtführungen anbietet. Es gebe Denkmäler aus der Römerzeit, einen frühchristlichen Friedhof, der ein Weltkulturerbeliste der Unesco ist, Bauten aus dem Mittelalter und Moscheen und Bäder aus der Türkenzeit, die von Mitte des 16. bis Ende des 17. Jahrhunderts gedauert habe.

Auch Kunstliebhaber kämen auf ihre Kosten, erzählt der Donauschwabe weiter. "Ich empfehle unsere Stadt, weil wir hier eine sehr schöne und typische Auswahl der modernen ungarischen anbieten." 19 Museen gibt es in Pécs. Eines ist dem Maler Viktor Vasarely gewidmet, ein anderes zeigt Geschichten und Produkte der weltweit einmaligen Zsolnay-Werke. Das Unternehmen hat einen Baustoff entwickelt, der besonders hart und wetterbeständig ist: Pyrogranit. An vielen Fassaden und Dächern der der Stadt sieht man die bunten Dekorationen Pyrogranit. Auch abseits des Programms gibt es in Pécs viel zu entdecken.

Autor: Robert B. Fishman
Redaktion: Julia Kuckelkorn

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