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Aktuell Welt

Ozonloch schließt sich langsam

Das FCKW-Verbot war erfolgreich: Die Ozonschicht erholt sich - wenn auch sehr langsam. Vor 25 Jahren wurde das Protokoll von Montreal zum Schutz der Ozonschicht unterzeichnet.

Hautkrebs, Augenkrankheiten, Dürren - all das wäre nach Berechnungen von Wissenschaftlern auch hier in Europa verstärkt aufgetreten, wenn die Weltgemeinschaft vor 25 Jahren nicht gehandelt hätte. Damals unterzeichneten 24 Länder im kanadischen Montreal das Protokoll zum Schutz der Ozonschicht. Inzwischen haben 197 Staaten das Abkommen ratifiziert.

Schock bei den Wissenschaftlern

Die Aufregung war groß, als Wissenschaftler 1985 zum ersten Mal über der Antarktis ein Loch in der Ozonschicht entdeckten. Diese Schicht umhüllt in mehr als 15 Kilometern Höhe unseren Planeten wie ein Schutzschild. Sie absorbiert die schädliche kurzwellige UV-Strahlung der Sonne. Doch diese Ozonschicht wurde immer mehr zerstört durch Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die in Kühlschränken, Klimaanlagen oder als Treibmittel in Spraydosen zum Einsatz kamen. Als sie 1929 in den USA entwickelt wurden, ahnte niemand, dass sie schädlich sein könnten. Sie galten als billig, unbrennbar und vielfältig einsetzbar.

Schnelle Reaktion

Der Weltgemeinschaft gelang schon 1987 die Wende: Die Staaten einigten sich darauf, die ozonfressenden FCKW zunächst einzuschränken und dann zu stoppen. "Das ist ein ganz beeindruckender Erfolg der internationalen Umweltpolitik", sagt Markus Rex vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Potsdam. Ohne das FCKW-Verbot sähe es heute düster aus. "2050 wäre die Ozonschicht weltweit fast komplett zerstört. Wir hätten dann ein riesiges Problem mit der UV-Strahlung auch in unseren Breiten." Das Besondere am Protokoll von Montreal ist nicht nur, dass die meisten Staaten es inzwischen unterzeichnet haben, sondern dass sie sich auch an die Vereinbarungen halten.

Ersatzstoffe immer noch schädlich

Deutschland hat den ersten FCKW-freien Kühlschrank entwickelt und die Ozonkiller-Produktion 1994 komplett eingestellt. Für Entwicklungsländer endete die Ausstiegsfrist erst 2010. Als Ersatz für FCKW brachte die Chemieindustrie die so genannten H-FCKW auf den Markt. Die sind zwar weniger schädlich, greifen die Ozonschicht aber trotzdem an. Sie werden erst ab 2040 verboten sein. Problematisch ist auch die dritte Generation der Ersatzstoffe - das sind die Fluorkohlenwasserstoffe (FKW). Sie schonen die Ozonschicht, sind aber gleichzeitig starke Treibhausgase.

Ozonschicht bleibt bedroht

Noch hat sich die Ozonschicht nicht vollständig regeneriert. Über der Antarktis klafft im südpolaren Winter regelmäßig ein riesiges Loch. Denn FCKW sind sehr langlebig und zerstören auch noch Jahrzehnte später das Ozon in der Stratosphäre. Erst 2060 bis 2070 wird sich das Loch über der Antarktis wieder langsam schließen, so die Prognosen von Wissenschaftlern.

Noch beunruhigender ist die Lage in der Arktis. Dort entdeckten Experten zum ersten Mal 2011 ein Ozonloch. Das ist auch für uns eine Gefahr: Die arktischen Luftmassen driften hin und her - an einigen Tagen im Jahr befindet sich das Loch deshalb direkt über unseren Köpfen und lässt die schädliche kurzwellige UV-Strahlung der Sonne durch.

Klimawandel verzögert Regeneration der Ozonschicht

Dass sich die Ozonschicht nur langsam erholt, könnte auch am Klimawandel liegen. Er führt dazu, dass die Luft in der Stratosphäre - dort, wo die Ozonkiller wirken - kälter wird. Das macht die FCKW aggressiver, und der Ozonbabbau verstärkt sich. Deshalb fordert die Umweltorganisation Greenpeace, auch die FKW (Fluorkohlenwasserstoffe) zu verbieten. Das sei längst überfällig.

cd/gri (dpa, epd)