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Steuervermeidung

Oxfam: US-Konzerne verschieben gigantische Gewinnsummen

1,6 Billionen Dollar – diese Summe schleusen US-Konzerne am Fiskus vorbei in Steueroasen. Zu dem Ergebnis kommt eine neue Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam.

In der Studie, die Oxfam am Mittwoch vorstellte, geht es nur um die 50 größten US-Konzerne mit ihren allerdings immerhin 1751 Tochterunternehmen und Zweigniederlassungen. Der Bericht, der zusammen mit der dem Institute for Taxation and Economic Policy erstellt wurde, beruht auf der Auswertung von Steuererklärungen und anderen öffentlich zugänglichen Daten.

Die Gewinnsumme, die im Jahr 2015 in die Steueroasen verschoben wurde, entspricht etwa der jährlichen Wirtschaftsleitung von Kanada, so Oxfam America. Im Vergleich zum Vorjahr ermittelte die Entwicklungsorganisation einen Zuwachs von rund 200 Milliarden Dollar.

Die Organisation betont, dass sich die Firmen mit diesen Strategien im legalen Rahmen bewegten. Die Analyse zeige jedoch, dass das Steuersystem es Konzernen ermögliche, sich um ihren fairen Beitrag zum Gemeinwohl zu drücken. Die Firmen prellten die Staaten so um Mittel, das Gemeinwesen für Bildung, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur bräuchte, so Oxfam. Dagegen könnte man beispielsweise mit Strafsteuern auf solche Transaktionen vorgehen.

"Volkssport Steuervermeidung"

Die von US-Präsident Donald Trump und den Republikanern geplante Steuerreform dürfte das System laut Oxfam eher noch ungerechter machen. Statt Großkonzerne in die Pflicht zu nehmen, würden diese zulasten der Unter- und Mittelschicht noch weiter begünstigt. Als "Steueroasen" definiert die Studie sogenannte Offshore-Finanzzentren, die Unternehmen mit niedrigen oder gar keinen Steuern locken und durch mangelnde Kooperation beim internationalen Bemühen gegen Steuervermeidung auffallen.

Brüssel Proteste zu Interessenskonflikten früherer EU-Politiker (Getty Images/AFP/J. Thys)

Oxfam-Protestaktion 2016 in Brüssel gegen Steueroasen

"Bei internationalen Konzernen ist Steuervermeidung mittlerweile Volkssport", sagte Oxfam -Steuerexperte Tobias Hauschild. "Das betrifft nicht nur die USA." Unlägst hatte die Organisation 20 der größten europäischen Banken unter die Lupe genommen. Danach machten diese Banken ihren eigenen Angaben zufolge rund ein Viertel ihrer Gewinne 2015 in Niedrigsteuer-Ländern wie Luxemburg, Irland oder Hongkong gemacht – obwohl die Institute dort "nur zwölf Prozent ihrer Erträge erwirtschaftet und sieben Prozent ihres Personals beschäftigt", so Oxfam. Auch das eine Form der Vermeidung von Steuern auf Gewinne.

ar/ul (rtr, dpa, afp)

 

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