Oxfam-Chef stolpert über Sex-Skandale | Aktuell Europa | DW | 17.05.2018
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Hilfsorganisationen in der Kritik

Oxfam-Chef stolpert über Sex-Skandale

Am Ende wird es dann doch zu viel. Zu viele Skandale. Zu viel Druck. Immerhin will der Chef der britischen Hilfsorganisation, Mark Goldring, noch bis zum Jahresende durchhalten. Dann tritt er zurück.

Mark Goldring reagiert mit seiner Rücktrittsankündigung auf die jüngsten Skandale in seiner Organisation. Seit Februar waren zahlreiche Fälle sexuellen Fehlverhaltens von Oxfam-Mitarbeitern bekannt geworden. Goldberg erklärte, nach seiner fünfjährigen Tätigkeit komme nun die Zeit für eine neue Führungsperson.

Der international tätigen Hilfsorganisation machen die Missbrauchsskandale schwer zu schaffen. Nach dem verheerenden Erdbeben im Jahr 2010 sollen Oxfam-Mitarbeiter in Haiti Sex-Orgien mit Prostituierten gefeiert haben. Einem Bericht zufolge kam es dort zudem zu Belästigung und Einschüchterung durch Mitarbeiter, die den Menschen in dem Land helfen sollten. Sieben Angestellte, darunter der Oxfam-Leiter für Haiti, mussten gehen.

Haiti - Leute vor Oxfarm Schild in Corail (Reuters/A. Martinez)

Ein Oxfam-Plakat in Haiti

Die Enthüllungen trafen auch andere Hilfsorganisationen

Im Tschad soll es zu ähnlichen Vorfällen gekommen sein. Im Südsudan soll es Fälle von Vergewaltigungen und versuchten Vergewaltigungen gegeben haben. Die Berichte darüber lösten eine ganze Reihe von Enthüllungen über Fehlverhalten auch bei anderen Hilfsorganisationen aus. Oxfam stellte mittlerweile einen Aktionsplan vor, um sexuelle Belästigung und Missbrauch zu bekämpfen.

Er habe Schritte eingeleitet, dass Oxfam ein sicherer und respektvoller Ort für jeden sei, der mit der Organisation in Kontakt komme, schrieb Goldring. Nun gelte es, das Vertrauen der Öffentlichkeit zurückgewinnen. Für diese Aufgabe brauche es einen neuen Chef.

"Ich war unter Stress"

Goldring, der seit 2013 an der Spitze von Oxfam in Großbritannien steht, war wegen eines schiefen Vergleichs in dem Skandal auch selbst heftig kritisiert worden. Er hatte in der Zeitung "The Guardian" gesagt, seine Organisation werde angegriffen, als ob sie "Babys in ihren Bettchen ermordet" hätte. Kritiker warfen ihm vor, er spiele den Skandal herunter. "Ich war unter Stress", erklärte Goldring sein Verhalten später und entschuldigte sich.

Oxfam-Vizechefin Penny Lawrence war bereits nach Bekanntwerden des ersten Skandals im Februar zurückgetreten.

rb/cgn (afp, dpa, rtr)

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