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Sport

Outdoorsport statt Muckibude

Immer mehr Menschen zieht es beim Sport nach draußen, in die Natur – egal, bei welchem Wetter. Das Angebot ist reichhaltig: Vom klassischen Trimm-dich-Pfad zum von Personal Trainern geleiteten Outdoor-Fitnessstudio.

Sportler beim Outdoorgym vor dem Posttower in Bonn (Foto: Felix Klemme, Outdoorgym)

Angesagt: Sport in der Natur

Bonner Rheinaue, nachmittags um fünf. Die Sonne strahlt durch die Blätter der bunten Bäume. Es ist angenehm warm. Personal Trainer Felix Klemme hat eine kleine Gruppe Sportler um sich versammelt. Der durchtrainierte Coach erklärt kurz die einzelnen Übungen, dann geht es los beim "Outdoorgym". "Wir starten! Drei – zwei – eins und: go", ruft er und schaut dabei auf eine Stoppuhr. Jeweils zu zweit durchlaufen die Teilnehmer einen Parcours. Sie wissen nie, was sie erwartet, denn die Übungen ändern sich jedes Mal.

Training an Bäumen und Bänken

"Es ist ein Zirkeltraining draußen mit verschiedenen Übungen", erklärt eine Teilnehmerin, die schon ganz außer Atem ist. "Das ist das Coole daran, weil ich keine Lust habe, noch weiter drinnen zu sein." Bei dem abwechslungsreichen Parcours wird der gesamte Körper trainiert, alle Muskelgruppen werden angesprochen. Dafür reichen einfache Hilfsmittel wie Bälle, Springseile, Hanteln und Seilzüge, die an Bänken oder Bäumen montiert sind. Eine Winterpause gibt es übrigens nicht, stellt der diplomierte Sportwissenschaftler Klemme klar. Das Training finde sowohl im Sommer, als auch im Winter und auch bei Gewitter statt und die Teilnehmerzahl hänge nicht vom Wetter ab.

Moderner Trimm-Dich-Pfad in Stavanger, Norwegen.(Foto: Dr. Achim Schmidt, Deutsche Sporthochschule Köln)

Moderner Trimm-dich-Pfad in Norwegen

Die Menschen wollen raus in die Natur. Ein Trend, sagt Achim Schmidt vom Institut Natursport der Deutschen Sporthochschule Köln. Sogar moderne Trimm-dich-Pfade seien wieder sehr beliebt. Die neuen, vorwiegend aus Metall hergestellten Übungsstationen, die meist in Parks stehen, werden gut angenommen. "Man findet ergonomische, physiologische Übungen, die gezielt auf Muskelgruppen abzielen." Auch international setzt sich der Natursport immer mehr durch, hat Schmidt in China und in Norwegen beobachtet. "Da gibt es sehr viele von diesen Metall-Übungsparcours. Die sind auch richtig voll, stark genutzt."

"Retortentraining ist out"

Ob nun Trimm-dich-Pfad, Bootcamp oder Outdoorgym – die Kombination aus Joggen und Muskeltraining in der Natur scheint viele zu begeistern. "Retortentraining in Fitnessstudios ist nur für wenige Menschen wirklich etwas", glaubt Schmidt. Draußen zu sein und das Wetter dort zu erleben, sei ideal für die Gesundheitsvorsorge. "Es ist in jedem Fall gesünder, weil es zum Beispiel keine verkeimte Klimaanlagenluft gibt, sondern Reize jeglicher Art über die Temperatur und die Sonneneinstrahlung auf das Immunsystem." All das zusammen mache den Körper letztlich widerstandsfähiger gegenüber Erkältungen gerade in der Winterzeit.

Sportler beim Outdoorgym bilden einen Kreis. (Foto: Felix Klemme, Outdoorgym)

Gruppendynamik und Naturerleben sind der Reiz des Outdoorsports

Und die Trainingserfolge kommen auch nicht zur kurz: In der Outdoorgym-Gruppe von Felix Klemme hat es einer geschafft, in nur sechs Wochen zehn Kilo abzunehmen. Auch die anderen sind zufrieden. Eine Sportlerin schwärmt: "Ich mache das, weil es super effektiv ist. Man kriegt mit der Zeit einen sehr definierten Körper. Man ist an der frischen Luft und sitzt nicht in einer ekligen stickigen Fitnessbude. Ich glaube, dass es noch mal eine ganz andere Auswirkung auf den Körper hat als normales Fitnessstudio-Training."

Dann wendet sie sich der nächsten Aufgabe zu: Ein dickes Tau, das um einen Baum geschlungen ist, muss sie wellenartig auf und ab schlagen. Es sieht ziemlich anstrengend aus. Modernes Oberarmtraining an der frischen Luft.

Autorin: Olivia Fritz
Redaktion: Arnulf Boettcher

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