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Presse

Oumilkheir Hamidou: Das Stimmwunder

Unnachahmlich zieht sie Hörerinnen und Hörer in Ostafrika in ihren Bann, Imitatoren ahmen sie bereits nach: Oumilkheir Hamidou, die populäre Stimme im Kisuaheli-Programm der DW, bleibt dennoch bescheiden.

Oumilkheir Hamidou

Oumilkheir Hamidou

Ohne Deutschkenntnisse, ohne Familie kommt sie 1979 nach Deutschland, zur DW nach Köln. Oumilkheir Hamidou war bei einem Radiosender auf den vor Ostafrika gelegenen Komoren beschäftigt und gerade 22. Da macht sie ein DW-Mitarbeiter, der seinen Urlaub auf der Insel im Indischen Ozean verbrachte, auf die Kisuaheli-Redaktion in Köln aufmerksam. Im fernen Rheinland würden händeringend Mitarbeiter gesucht. Was für eine Chance!

Sie bewirbt sich und wartet. Eineinhalb Jahre später – die positive Antwort. Nur: Die Journalistin ist zu dieser Zeit schwanger, muss ihre Pläne verschieben. Dann winkt Europa. Ein fremdes Land. Mann und Sohn bleiben auf der Insel zurück. Hamidou: „Für eine Frau aus einem Land mit matriarchalischem Gesellschaftssystem keine ungewöhnliche Entscheidung.“

Mit der Sesamstraße Deutsch gelernt

An ihre Ankunft in Deutschland erinnert sie sich noch genau: „Das war am 12. Februar 1979. Eine aufregende Zeit.“ Mit Hilfe von Sprach-Tandems (Deutsch/Kisuaheli), der Sesamstraße und ihren deutschen Kolleginnen und Kollegen lernt sie Deutsch, viel „mit Händen und Füßen“. Nach einem Jahr kommen Mann und Sohn nach, die Familie ist wieder komplett – und Oumilkheir Hamidou glücklich.

In Teilen Afrikas gewinnt sie schnell an Popularität. Mit ihrer Stimme erreicht sie die Herzen der Hörer: „Als ich in den 1990er-Jahren am Flughafen von Nairobi umstieg und mit einem Mitarbeiter sprach, erkannte er mich und rief: ‚Das ist die Stimme der Deutschen Welle.‘ Die Leute wollten sogar Autogramme.“

„Meine Kinder sind Deutsch, durch und durch“

Dank der Sozialen Medien hat das Feedback „auf unsere Kisuaheli-Angebote enorm zugelegt“. Das bekommt auch Oumilkheir Hamidou zu spüren. Die User möchten am liebsten alles von der „Supervoice“ wissen. Kaum hat die Redaktion ein Foto von Hamidou gepostet, kommentieren Tausende, liken und teilen ihr Bild. „Dass die Nutzer und Hörer mit unserem Programm überaus zufrieden sind, macht mich stolz.

Auf die Komoren reist sie alle zwei Jahre, wenn „das Heimweh groß ist.“ Wenn ich da bin, habe ich allerdings nach ein paar Wochen Heimweh nach Deutschland“, lacht die 60-Jährige. Ihre Kinder leben in Duisburg und Stuttgart, „sind Deutsch, durch und durch. Was will ich mehr!“