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Ostmitteleuropa

Otto Graf Lambsdorff beendet Besuch in Bulgarien

– Auf einer Pressekonferenz macht er seinem Ärger über "westeuropäische Sachverständige" Luft, die für 24 Stunden in ein Land kommen, um kluge Ratschläge zu erteilen

Sofia, 19.12.2001, 1013 GMT, RADIO BULGARIEN, deutsch

Der Ehrenvorsitzende der FDP, Otto Graf Lambsdorff, weilte zu einem kurzen Arbeitsbesuch in Bulgarien und hatte Gespräche mit Premierminister Simeon von Sachsen, Coburg und Gotha, Außenminister Passi, Finanzminister Milen Weltschew und dem Oberbürgermeister von Sofia, Stefan Sofijanski, der kürzlich eine neue Partei der Freien Demokraten gründete. (...)

"Ich habe bei meinen Gesprächen ausdrücklich betont, dass ich dagegen bin, dass irgendein westeuropäischer Sachverständiger für 24 Stunden nach Bulgarien kommt, irgendwelche Ratschläge gibt und dann wieder nach Hause fliegt." So begann Otto Graf Lambsdorff seine Pressekonferenz und betonte weiter, dass er heute nicht mehr Mitglied des Bundestages und kein aktiver Politiker mehr ist. Dennoch erfreute sich sein Besuch in Sofia großen Interesses bei den hiesigen Politikern und Journalisten. Graf Lambsdorff gilt nicht nur in Deutschland, sondern eben auch in Bulgarien als erfahrener Wirtschaftsfachmann. (...)

Eines der großen Probleme der bulgarischen Gesellschaft heute ist ohne Zweifel die verbreitete Korruption. Zu diesem Thema hielt Otto Graf Lambsdorff einen Vortrag in Sofia. Sein Kommentar auf der Abschlusspressekonferenz:

" (...) Wer den Bericht der Europäischen Kommission über die Fortschritte in Bulgarien liest, findet auch einen langen Absatz zur verbreiteten Korruption und ein ungenügendes Gerichtswesen. Und es liegt im Interesse eines jeden Landes, das ausländische Investitionen haben möchte, die Korruption zu bekämpfen, damit ausländische Unternehmer in dem Lande sich einigermaßen rechtlich sicher fühlen können."

Graf Lambsdorff betonte auf der Pressekonferenz, dass er diesmal viel Informationen über Bulgarien gewinnen und mehr zuhören wollte, als selbst reden. Dennoch konnte Graf Lambsdorff nicht umhin und kommentierte die wirtschaftspolitischen Themen, der im Mittelpunkt seiner Unterredungen in Sofia standen.

"Ob eine Regierung einen wirtschaftspolitisch richtigen Weg einschlägt, kann man weniger am Wahlprogramm oder am Parteiprogramm ablesen, als am staatlichen Budget. Was ich darüber erfahren habe und was ich schon vorher lernen konnte, zeigt mir, dass der wirtschaftspolitische Weg der neuen Regierung richtig ist. (...) Alle Erwartungen zu erfüllen, das wird wahrscheinlich kaum möglich sein. (...) Ich halte es für sehr wichtig, dass die bulgarische Wirtschaftspolitik sich darum kümmert, dass hier die kleinen und mittleren Unternehmen faire Wettbewerbschancen finden. (...) (fp)

  • Datum 20.12.2001
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