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Pressemitteilungen

Otmar Lang: Eurokurs noch nicht hoch genug für eine EZB-Intervention

Senior Economist, Deutsche Bank, im Interview mit DW-TV - Weitere Einschätzungen von Gernot Nerb, IFO, und Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, im Interview mit DW-WORLD.DE

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Gernot Nerb im DW-Interview

Otmar Lang, Senior Economist der Deutschen Bank, geht nicht davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Leitzinsen senken wird. "Bei einem Wechselkursverhältnis von 1,25 und solange der Konjunkturaufschwung in der Eurozone nicht wirklich gefährdet ist, glauben wir nicht, dass die EZB bereit ist, die Zinsen zu senken." Im Interview mit DW-TV sagte Lang weiter, dass dies erst bei einer Größenordnung von 1,35 auf die Tagesordnung käme.

Der Wirtschaftsexperte sieht auch in absehbarer Zeit keine Zinssenkung. "Wir gehen davon aus, dass die Konjunktur in der Eurozone im Laufe des Jahres weiter an Fahrt gewinnt und es deshalb vermieden werden kann, dass die EZB in diesem Jahr die Zinsen senken muss." Am Ende des Jahres könnte der Euro zum US-Dollar bei rund 1,35 angekommen sein, so Lang im deutschen Auslandsfernsehen.

Gernot Nerb: Chefvolkswirt des Instituts für Wirtschaftsforschung (IFO)

Die deutsche Wirtschaft habe auf die Euro-Entwicklung mit Pessimismus reagiert. "Besonders die PKW-Branche hat ihre Erwartungen wegen des anhaltend schwachen Dollars für die nächsten sechs Monate zurückgeschraubt", sagte Gernot Nerb, Chefvolkswirt des Instituts für Wirtschaftsforschung (IFO), im Interview mit DW-WORLD.DE, dem Internet-Angebot der Deutschen Welle.

Sollte die EZB nicht eingreifen, müsste die Wirtschaft in Deutschland mit Kosteneinsparungen versuchen, im Ausland wettbewerbsfähig zu bleiben, so Nerb. Es sei zwar gefährlich, "alles dem freien Spiel der Kräfte zu überlassen", sagt Nerb. Die Politik könne aber nur versuchen, "die Kursschwankungen etwas zu glätten". Die Richtung ändern könne sie nicht.

Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank

Die USA werde ihre Zinspolitik in der nächsten Zeit kaum ändern, glaubt Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, im Interview mit DW-WORLD.DE. "Die ganze amerikanische Wirtschaft hängt an der Niedrigzins-Politik. Damit hält man die privaten Haushalte am Leben", so Hellmeyer. Erwartungshaltungen für Zinserhöhungen im zweiten Halbjahr 2004 seien verfrüht.

"Bush wird sich insbesondere gegenüber Schröder nicht zu irgendwelchen Maßnahmen hinreißen lassen, die die gegenwärtige aggressive Defizitpolitik der US-Regierung verändern würde. An den Gründen für die Dollar-Schwäche können Interventionen nichts ändern und dann wirft man seitens der Zentralbanken gutes Kapital dem schlechten hinterher."

Interventionen seien nur sinnvoll, wenn sie kurzfristige Übertreibungen und Illiquidität an den Finanzmärkten überbrücken sollen. Dies sei aber bei der derzeitigen Dollar-Schwäche nicht der Fall.

27. Februar 2004
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  • Datum 27.02.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/4ibu
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