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Fokus Osteuropa

OSZE will Förderung nationaler Minderheiten in Zentralasien

Die OSZE will in Zentralasien eine gemeinsame Arbeitsgruppe bilden, um die Qualität der Ausbildung von Angehörigen nationaler Minderheiten zu verbessern. So sollen die Betroffenen besser integriert werden.

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Bei einem Besuch in Tadschikistan betonte der Hohe Kommissar der OSZE für nationale Minderheiten, Rolf Ekeus, die Notwendigkeit, Angehörige nationaler Minderheiten besser in die Gesellschaft zu integrieren. Die Betroffenen sollten ihre Sprache und Kultur bewahren können.

In Duschanbe teilte Ekeus nach seinem Treffen mit dem tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmonow mit: "Wir sprechen von einer breiten Zusammenarbeit von fünf Ländern Zentralasiens bei der Ausbildung von Lehrern verschiedener Sprachen, bei der Erarbeitung moderner Unterrichtsmethoden sowie neuer Lehrbücher für Angehörige nationaler Minderheiten. Auch sie brauchen neue Technologien und Kommunikationsmittel. Diese Bedingungen sind notwendig, damit Angehörige nationaler Minderheiten gut ausgebildet werden. Die Staaten müssen einander unterstützen, damit die Angehörigen der nationalen Minderheiten sowohl ihre eigene Sprache erlernen, als auch die Sprache des Volkes des Landes, in dem sie leben."

Finanzielle Unterstützung seitens der OSZE

Um die Aufgaben in den zentralasiatischen Ländern zu bewältigen, soll ein gemeinsames Programm erstellt werden. Rolf Ekeus gab zu verstehen, dass die OSZE ein solches Programm begrüßt und bereit ist, dessen Erarbeitung und Umsetzung finanziell zu unterstützen. Der Hohe Kommissar der OSZE ging nicht auf die Frage ein, warum die nationalen Minderheiten in den Organen der tadschikischen Staatsmacht so gering vertreten sind. Diese und andere Fragen wurden bei einem Treffen von Rolf Ekeus mit den Führern der nationalen Gemeinden in Tadschikistan aufgeworfen.

Der Vorsitzende der " Assoziation der sowjetischen Koreaner Tadschikistans", Wiktor Kim, sagte, die Staatsmacht störe nicht, aber sie unterstütze das Leben der Gemeinden, deren Schulen und Kulturzentren auch nicht: "Der Staat ermöglicht uns, die eigene Sprache zu lernen und zu bewahren. Aber es ist so, dass alles von uns selbst abhängt. Die nationalen Minderheiten haben offiziell keine Probleme, weil es bei uns die nationalen Minderheiten als Kategorie gar nicht gibt."

Interethnische Toleranz

Heute sind in Tadschikistan real nur 13 national-kulturelle Gemeinden aktiv, obwohl der Statistik nach im Lande Angehörige von mehr als 120 Völkern leben. Aber die meisten Gemeinden sind klein, vertreten von nur wenigen Dutzend Personen. Die größte Diaspora ist die usbekische. Der Anteil der Usbeken an der Gesamtbevölkerung Tadschikistans erreicht fast 20 Prozent. Die Vertreter anderer Gemeinschaften, einschließlich der russischen, stellen insgesamt nur drei Prozent der Bevölkerung dar.

Wiktor Kim meint, die Staatsführung verfolge in Bezug auf die nationalen Minderheiten keine gezielte Politik. Deshalb sei heute für Tadschikistan, wo tolerante interethnische Beziehungen herrschten, die Frage aktuell, wie diese Toleranz aufrechterhalten werden könne: "Der nationale Faktor wirkt sich auf die Beziehungen und auf den Alltag aus. Die Menschen spüren dies vor allem dann, wenn sie mit den Rechtsschutzorganen, der Miliz zu tun haben. Einer der häufigen Verstöße gegen die Menschenrechte ist, wenn Behördenvertreter plötzlich auf die Nationalität der anderen Person hinweisen." Der Staat sollte, so Kim, für Behördenvertreter einen Verhaltenskodex im Umgang mit Angehörigen nationaler Minderheiten erstellen.

Nigora Buchari-sade, Duschanbe
DW-RADIO/Zentralasien, 14.5.2007, Fokus Ost-Südost

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