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Aktuell Welt

OSZE-Militärbeobachter sind wieder frei

Gut eine Woche lang waren sie in der Gewalt prorussischer Separatisten in Slowjansk. Nun wurden die OSZE-Militärbeobachter, unter ihnen vier Deutsche, freigelassen. Die Bundesregierung ist "erleichtert".

Sie sei "ausgesprochen glücklich", dass das Team unversehrt frei sei, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen in Berlin. Auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier sei besonders froh, dass auch die fünf ukrainischen Begleiter der Militärbeobachter freigelassen wurden. Dem ersten Eindruck nach gehe es allen "den Umständen entsprechend gut".

Wenn alles planmäßig laufe, komme das deutsche Team am späten Samstagabend mit einem Bundeswehrflugzeug auf dem militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel an, sagte von der Leyen. Dorthin kommen nach ihren Worten auch die Angehörigen der vier Deutschen, um sie in der Heimat zu begrüßen.

Überraschende Freilassung

Am frühen Morgen hatten sich zunächst die Separatisten über eine mögliche Freilassung geäußert, dann kam die gute Nachricht aus russischer Quelle und schließlich wurde sie von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) via Twitter bestätigt: Die Militärbeobachter sind in Freiheit. Einer von ihnen ist der Bundeswehroberst Axel Schneider, der in Slowjansk von der "Bild"-Zeitung angesprochen und so zitiert wurde: "Wir sind froh, dass wir endlich draußen sind. Uns geht es den Umständen enstprechend o.k.. Wir haben die Feuergefechte der letzten Tage direkt mitbekommen, das möchte ich keinem zumuten."

"Das möchte ich keinem zumuten"

Ukraine OSZE Beobachter 3.5. 14

Oberst Axel Schneider

Die OSZE-Mitarbeiter sind anschließend bei einem Kontrollposten in der Nähe von Slowjansk in sichere Obhut der OSZE, des Unterstützungsteams der Bundesregierung und dem Generalsekretär des Europarats, Thorbjørn Jagland, übergeben worden. Dies teilten das Auswärtige Amt und der Sprecher Jaglands, Daniel Höltgen, mit. Jagland war mit dem russischen Sondergesandten Wladimir Lukin in einer gemeinsamen "Menschenrechtsmission" in das Krisengebiet gereist. Anschließend hatte man die Gruppe ins gut 90 Kilometer entfernte Donezk gebracht.

"Auf dem Weg zu einer Straßensperre"

Zuvor hatte auch Russland die Freilassung der Gruppe bestätigt. "Die Volkswehr ließ alle auf meiner Liste stehenden zwölf Personen frei", sagte der Sondergesandte Lukin der Agentur Ria Nowosti.

Die Militärbeobachter waren am 25. April bei einer Erkundungsfahrt im krisengeschüttelten Osten der Ukraine festgesetzt worden. Zu der Gruppe gehören auch ein Däne, ein Pole und ein Tscheche. Ein Schwede war aus gesundheitlichen Gründen bereits freigelassen worden.

Die Pressekonferenz mit den OSZE-Militärbeobachterm

Am vergangenen Sonntag wurden die Geiseln vor Journalisten regelrecht "vorgeführt"

Das Schicksal von mindestens vier Ukrainern, die die Gruppe begleitet hatten, war zunächst unklar. Die Separatisten hatten angekündigt, die Offiziere gegen inhaftierte Gesinnungsgenossen austauschen zu wollen. Anfang der Woche hatte Russlands Präsident Wladimir Putin in der Angelegenheit Stellung bezogen und die Erwartung geäußert, dass alle OSZE-Beabachter freikommen würden. Dies war von Beobachtern als indirekte Ankündigung einer Freilassung gewertet worden.

Doch nicht zuletzt der selbst ernannte Bürgermeister von Slowjansk, Wjatscheslaw Ponomarjow, hatte eine Freilassung immer wieder hinausgezögert und zwischenzeitlich davon gesprochen, dass noch Bedingungen erfüllt werden müssten. Davon war dann an diesem Samstag nicht mehr die Rede.

Altkanzler Schröder zeigt sich "erfreut"

In Berlin äußerte sich bereits am Mittag der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder erfreut über die Freilassung der OSZE-Militärbeobachter. Dies sei ein wichtiger Schritt zur Deeskalation, erklärte Schröder gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Altkanzler war wegen eines Treffens mit Präsident Putin Anfang der Woche, bei dem sich die beiden Männer freundschaftlich umarmt hatten, heftig kritisiert worden. Schröders Büro bestätigte nun, dass die Beiden bei der Begegnung in St. Petersburg auch über die Lage der OSZE-Militärbeobachter gesprochen hätten.

nis/re (rtr, dpa)