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Aktuell Asien

Osttimor wartet auf die Auszählung

Im südostasiatischen Inselstaat Osttimor haben die rund 600.000 Wähler über einen neuen Präsidenten abgestimmt. Friedensnobelpreisträger José Manuel Ramos-Horta will in eine zweite Amtszeit starten.

Zehn Jahre nach der Unabhängigkeit von Indonesien haben die Bewohner von Osttimor zum dritten Mal einen neuen Präsidenten gewählt. Offiziellen Angaben zufolge verlief die Abstimmung friedlich, das offizielle Endergebnis wird nicht vor Sonntag erwartet. Gegen Amtsinhaber und Friedensnobelpreisträger José Manuel Ramos-Horta traten elf weitere Kandidaten an.

Als schärfste Herausforderer galten der Oppositionsführer Francisco Lu-Olo Guterres von der Revolutionären Front für ein unabhängiges Osttimor (Fretilin) und der frühere Oberkommandeur der Streitkräfte, General Taur Matan Ruak. Letzterer wird von der Partei des amtierenden Premierministers Kay Rala Xanana Gusmao, dem "Kongress für den Wiederaufbau Osttimors" (CNRT), unterstützt. Erhält keiner der Bewerber die absolute Mehrheit, kommt es im April zur Stichwahl.

Die Präsidentenwahl wird von Experten auch als Test für die im Juni anstehenden Parlamentswahlen angesehen. Sollte Fretilins Kandidat siegen, könnte dies die Partei für die nächste Wahl stärken. Für Gusmao und seinen CNRT könnte es dann eng werden.

Alter, neuer Präsident?

Ramos-Horta wurde 1996 zusammen mit seinem Landsmann Bischof Carlos Belo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Im Jahr 2007 übernahm er das Präsidentenamt, im Jahr darauf wurde er bei einem Attentat schwer verletzt. Ramos-Horta versprach seinen Landsleuten, sich im Falle seiner Wiederwahl dafür einzusetzen, dass das Land in die Südostasiatische Staatengemeinschaft ASEAN aufgenommen wird.

Bitterarmer Kleinstaat

Der kleine Inselstaat ist bitterarm und stark abhängig von überwiegend australischer Entwicklungshilfe. Mehr als die Hälfte der 1,1 Millionen Einwohner lebt unterhalb der Armutsgrenze. Bis 1975 war Osttimor eine portugiesische Kolonie. Nach dem Rückzug der Kolonialmacht wurde der östliche Inselteil von Indonesien besetzt und erst nach blutigem Befreiungskampf gegen die indonesischen Besatzer 2002 unabhängig. Mehr als 180.000 Menschen sollen bei den jahrelangen Kämpfen getötet worden sein. Auch nach der Unabhängigkeitserklärung kam es immer wieder zu Unruhen.

Die Vereinten Nationen entsandten UN-Blauhelme, um die Lage zu stabilisieren. Zum Ende dieses Jahres sollen die letzten der einst mehr als 3000 Polizisten, Militärberater und Verwaltungsexperten der Unmit genannten Gruppe das Land verlassen. Der Sicherheitsrat beschloss im Februar in New York eine letzte Verlängerung bis zum Jahresende. Derzeit sind noch gut 1200 UN-Mitarbeiter, vor allem Polizisten, im Land.

kis/nis/rb (dpa, dapd, afp)

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