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Aktuell Asien

Osttimor wählt ein neues Parlament

Der winzige südostasiatische Inselstaat Osttimor hat ein neues Parlament gewählt. Mit dem Ergebnis wird in einigen Tagen gerechnet. Wenn alles friedlich bleibt, sollen die UN-Blauhelme bald abziehen.

Die dritten Parlamentswahlen seit der Unabhängigkeit 2002 sind friedlich über die Bühne gegangen. Knapp 650.000 Wähler waren aufgerufen, eine neue Regierung zu wählen. Schon vor der Öffnung der Wahllokale am frühen Morgen hatten sich in der Hauptstadt Dili lange Schlangen vor den Türen gebildet. Insgesamt ließen sich rund 645.000 Menschen für die Stimmabgabe registrieren.

Um die 65 Sitze im Parlament bewerben sich 21 Parteien. Premierminister Xanana Gusmão, einer der Bürgerkriegshelden aus dem Unabhängigkeitskampf gegen Indonesien, möchte Regierungschef bleiben. Sein Hauptgegner ist die aus der wichtigsten Guerilla-Bewegung des Freiheitskampfes hervorgegangene Fretilin-Partei.

Entscheidung über Abzug von UN-Soldaten

Die Vereinten Nationen sehen den Ablauf der Wahlen als Test für die Befriedung des einst heiß umkämpften, bitterarmen Landes an. Wenn die Parlamentswahl ebenso friedlich verläuft wie die Wahl des Präsidenten, wollen sie ihre 1300 Blauhelme zum Ende des Jahres abziehen. Im Frühjahr hatte bereits eine Präsidentenwahl stattgefunden. Dabei wurde Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta abgewählt. Neuer Präsident ist der Unabhängige Taur Matan Ruak, ebenfalls ein Held des Unabhängigkeitskampfes. Der Wahlgang verlief problemlos.

Osttimor, eine Halbinsel zwischen Indonesien und Australien, war rund 400 Jahre portugiesische Kolonie. Kurz nach dem Abzug der Portugiesen 1974 besetzten die Indonesier das Nachbarland. Es folgte ein blutiger 24-jähriger Krieg. Bei einem UN-Referendum 1999 sprach sich die Mehrheit für Unabhängigkeit aus. Milizen, die den Anschluss an Indonesien wollten, überzogen die kleine Halbinsel aus Wut mit einer Gewaltkampagne und schlugen ganze Dörfer kurz und klein - teils unter den Augen oder mit Hilfe der indonesischen Soldaten. An der nationalen Aussöhnung wird bis heute gearbeitet.

rv/pg (dpa, afp)