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Europa

Ostseefähre brannte völlig aus

Das 200 Meter lange Fährschiff "Lisco Gloria" ist völlig ausgebrannt. Alle 236 Menschen an Bord waren in der Nacht zum Samstag in einer dramatischen Rettungsaktion evakuiert worden.

Ein Löschsschiff bekämpft den Brand auf der 'Lisco Gloria' (Foto: dapd)

Die brennende Fähre "Lisco Gloria"

Noch immer stieg am Sonntag (10.10.2010) Rauch auf, die Flammen auf der 200 Meter langen Fähre litauischen Ostsee-Fähre "Lisco Gloria" waren aber gelöscht. Das ausgebrannte Wrack lag mit leichter Schlagseite knapp vier Kilometer südlich der dänischen Insel Langeland vor Anker. Spezialschiffe kühlten weiterhin die Außenhaut mit Wasser, damit Experten einer holländischen Bergungsfirma an Bord gehen können.

Nach Angaben der dänischen Seenotleitstelle SOK kann das frühestens am Montag geschehen, weil der Rumpf erst 24 Stunden abkühlen müsse. Die Bergungsexperten sollen letzte Glutnester ersticken und Löschwasser aus dem Rumpf abpumpen, bevor das Wrack dann in einen Hafen geschleppt werden kann. Am Sonntag hatten die dänischen Behörden die Einsatzleitung vom Havariekommando in Cuxhaven übernommen, das die nächtliche Rettung koordiniert hatte.

Dramatische Rettung

Die Fähre von Kiel nach Klaipeda war in der Nacht zum Samstag elf Kilometer vor der deutschen Insel Fehmarn nach einer Explosion in Flammen aufgegangen. In einer dramatischen nächtlichen Rettungsaktion konnten alle 236 Passagiere und Besatzungsmitglieder von herbeigeeilten Schiffen aufgenommen werden. 28 Menschen wurden in Krankenhäusern behandelt, darunter ein Säugling. Die Passagiere stammten aus Deutschland, Dänemark, Litauen, Lettland, Argentinien und Russland.

Die meisten haben inzwischen ihre Reise nach Litauen fortgesetzt. Bereits am Samstagabend waren 113 Menschen in Kiel an Bord der nächsten Fähre mit Ziel Klaipeda gegangen, darunter alle Besatzungsmitglieder der "Lisco Gloria". 70 Passagiere starteten vom Hamburger Flughafen, elf von Dänemark aus, für einige andere wurden individuelle Reisemöglichkeiten gesucht.

Bis zum Sonntagnachmittag hatte es Verwirrung um die Zahl der Passagiere gegeben. Am Samstag hieß es zunächst, es seien 204 Passagiere und 32 Besatzungsmitglieder an Bord gewesen, später war dann vorübergehend von insgesamt 249 Menschen die Rede. Die zu hohe Zahl sei dadurch entstanden, dass einige Gerette doppelt erfasst wurden, hieß es dazu.

Löschboote bekämpfen mehrere Feuer auf den rauchgeschwärzten Oberdecks der 'Lisco Gloria' (Foto: dapd)

Die rauchgeschwärzten Oberdecks der "Lisco Gloria"

Schwierige Bergungsarbeiten

Ursache des Brandes auf der 200 Meter langen "Lisco Gloria" war offenbar ein technischer Defekt am Kühlaggregat eines Lkw. Nach Angaben des Kieler Innenmministereriums hatte ein Besatzungsmitglied noch vergeblich zu löschen versucht und dann den Kapitän informiert, der gegen Mitternacht Alarm auslöste. Eine vorsätzliche Straftat oder gar einen Terroranschlag schlossen die Behörden aus.

Das ehemals weiße und erst acht Jahre alte Schiff ist ausgebrannt und rußgeschwärzt, zudem haben die Flammen ein etwa acht Quadratmeter großes Loch in die Bordwand gefressen. Von Lastwagen und Trailern auf dem offenen Ladedeck sind nur noch verkohlte Schrotthaufen geblieben, das Feuer hat Brücke, Kabinen und Ladung der Fähre komplett zerstört.

Da sich an Bord auch etwa 200 Tonnen Schweröl, 18 Tonnen Diesel sowie 25 Tonnen Hydraulik- und Maschinenöl befinden, haben auch mehrere Spezialschiffe zur Abwehr von Umweltgefahren neben der ausgebrannten Fähre Position bezogen.

Autor: Hartmut Lüning
Redaktion: Martin Schrader

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