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Politik & Gesellschaft

Ostern - Ausflüge, Friedensmärsche, Predigten

Strahlende Sonne, Temperaturen um 25 Grad - Familienfeste und Friedensmärsche prägen das lange Osterwochenende. Katholische und evangelische Bischöfe mahnten, Krisen, Leid und Gewalt in der Welt nicht zu vergessen.

Der Schatten eines Osterhasen stiehlt der Henne eines der Eier (Foto: Fotolia)

Am Sonntag (24.04.2011) haben bundesweit weitere der in 80 deutschen Städten geplanten Ostermärsche begonnen. Zu den diesjährigen Schwerpunktthemen der Protest-Umzüge, Friedensseminare, Mahnwachen und Friedensfeste gehören die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Welt und die Atompolitik nach der Reaktor-Katastrophe in Fukushima.

Teilnehmer des Anti-Atom-Trecks (Foto: dpa)

Start des Anti-Atom-Treck zum atomaren Zwischenlager Nord bei Lubmin

So fordern die Demonstranten neben einem schnellen Atomausstieg auch das sofortige Ende der Kriege in Afghanistan und im Irak sowie einen sofortigen Waffenstillstand in Libyen. Weitere Forderungen sind die Verschrottung aller Atomwaffen und die drastische Kürzung der Militärausgaben zugunsten sozialer Aufgaben sowie ein Stopp aller Rüstungsexporte sowie die Auflösung der NATO.

Im Zeichen des Protests gegen die Atompolitik der Bundesregierung waren bereiets am Karfreitag in Mecklenburg-Vorpommern Atomkraftgegner zu einem Marsch von Schwerin quer durch das Land zum Zwischenlager bei Lubmin gestartet. Im südhessischen Bruchköbel demonstrierten nach Polizeiangaben rund 200 Menschen für die klassischen Themen der Ostermarschierer, nämlich Frieden und Abrüstung.

Mahnende Worte in Deutschland

Vertreter der beiden großen christlichen Kirchen haben in ihren Osterbotschaften am Sonntag (24.04.2011) die Gläubigen davor gewarnt, sich allzu sehr auf materielle Dinge zu konzentrieren.

Robert Zollitsch (Foto: picture-alliance/dpa)

Robert Zollitsch

Der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch rief die Menschen in Deutschland zu mehr Zufriedenheit und weniger Murren auf. Der Wohlstand sei seit dem Zweiten Weltkrieg enorm Gewachsen, die Zufriedenheit aber nicht in gleichem Maße, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz in seiner Osterpredigt im Freiburger Münster. Die Fixierung auf die materiellen Werte lasse bei vielen den Blick für die geistigen Werte verblassen, die so lebensnotwendig seien wie das tägliche Brot. Wenn sich Milieus, Parteien und Glaubensgemeinschaften in sich selbst verkapseln, könnten keine Visionen umgesetzt werden, so Zollitsch. Dies gelte angesichts der Reaktorkatastrophe von Fukushima und mit Blick auf die Herausforderungen der Gegenwart "mehr denn je, überall in unserer Gesellschaft“.

Der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann prangerte die "Wegwerfgesellschaft" an, die nicht einmal vor Menschen Halt mache. Nicht nur Autos und Kleider würden laufend ausgetauscht, auch "die Menschen werden Ersatz- und Versatzstücke". Man könne das Glück aber nicht direkt packen und für sich alleine pachten. Das Glück könne nur indirekt gewonnen werden, auf dem Rücken einer guten Tat für andere, sagte Kardinal Lehmann.

Nikolaus Schneider (Foto: AP)

Nikolaus Schneider

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, rief am Ostersonntag in Düsseldorf zur Anteilnahme angesichts des Leids auf der Welt auf. Es gehe um die Fähigkeit, sich in die Lage der von Erdbeben, Tsunami und Super-Gau eines Atomkraftwerks geschlagenen Menschen zu versetzen. Anteilnahme, Mitleid und Hilfe bräuchten auch die Opfer von Krieg und Bürgerkrieg sowie die Flüchtlinge, so Schneider.

Autor: Hartmut Lüning (mit epd, dapd, dpa, KNA)
Redaktion: Ursula Kissel