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Aktuell Deutschland

Ostermarschierer prangern Kriege und Rüstungsexporte an

Mit Kundgebungen und Mahnwachen in mehreren deutschen Städten haben die Ostermärsche begonnen. Bis Ostermontag wollen bundesweit Menschen gegen Rüstungsexporte und Auslandseinsätze der Bundeswehr demonstrieren.

Vor dem Haupttor der Uranfabrik Urenco im nordrhein-westfälischen Gronau forderten rund 350 Demonstranten die sofortige Stilllegung und ein Ende der Uran-Anreicherung. In Bruchköbel im Main-Kinzig-Kreis protestierten mehr als 100 Menschen gegen den Militärkonflikt in der Ukraine und die Entsendung von Bundeswehrsoldaten zu Krisenherden im Ausland. Ein gutes Dutzend Friedensaktivisten hielt vor den Toren des Fliegerhorstes Büchel im Kreis Cochem-Zell einen Gottesdienst ab und protestierte damit gegen Atomwaffen. Der abgelegene Fliegerhorst gilt als einziger Standort in Deutschland, an dem US-Atomwaffen lagern.

Der größte Marsch startet in Duisburg

Erster Ostermarsch 1958 - Briten demonstrieren gegen Nuklearwaffen

Der erste Ostermarsch 1958: Briten demonstrieren gegen Nuklearwaffen

Bis Ostermontag werden in Deutschland voraussichtlich Tausende Menschen bei rund 80 Veranstaltungen und Aktionen für eine Welt ohne Krieg auf die Straße gehen. Die Veranstalter gehen von einer stabilen Teilnehmerzahl aus. 2014 waren bundesweit einige tausend Ostermarschierer gezählt worden. Eine der bundesweit größten Veranstaltungen der Friedensbewegung ist der Ostermarsch Rhein-Ruhr, der bis Ostermontag in sieben Städten Station macht. Er startet am Samstag in Duisburg.

Die Ostermarschbewegung hat ihre Wurzeln im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. In der alten Bundesrepublik erlebte sie 1968 und 1983 ihre Höhepunkte. Nach dem Ende des Ostblocks und der deutschen Wiedervereinigung ging die Teilnehmerzahl weiter zurück. Entstanden ist die Bewegung 1958 in Großbritannien. Der erste deutsche Ostermarsch fand 1960 in Hamburg statt.

pg/haz (dpa, epd)