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Aktuell Deutschland

Ostermärsche für Frieden und Abrüstung

Mit vielen Veranstaltungen hat die Friedensbewegung an den Ostertagen für eine Welt ohne Krieg und Gewalt geworben. Die Resonanz hielt sich in Grenzen - nur wenige tausend Menschen beteiligten sich an den Kundgebungen.

Bei rund 80 Ostermärschen haben Menschen an den Feiertagen für Frieden und gegen Aufrüstung demonstriert. Hauptthemen der Protestmärsche und Kundgebungen waren in diesem Jahr der Ukraine-Konflikt und der Bürgerkrieg in Syrien sowie der Stopp von Rüstungsexporten und Auslandseinsätzen der Bundeswehr.

Für das Netzwerk Friedenskooperative erklärte Geschäftsführer Manfred Stenner, die Ostermärsche hätten "eine lebendige, politisch hellwache und sachkundige Bewegung" gezeigt. Er lobte unter anderem "die klaren Friedensbotschaften aus den christlichen Kirchen". Für die aktuellen Krisen indes wünschte sich Stenner ein stärkeres kirchliches Engagement.

Ostermarschierer machen Westen für Ukraine-Konflikt verantwortlich

Zur Ukraine sei das Fazit eindeutig, erklärte Peter Strutynski, Sprecher des Bundesausschusses Friedensratschlag. Der Hauptverursacher der politischen und militärischen Krise in und um die Ukraine sei nicht Russland, sondern der Westen: "Die EU-Osterweiterung und das Heranrücken der NATO an die russischen Grenzen konnten nicht unbeantwortet bleiben". Man müsse kein Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin sein, um zu dem Schluss zu kommen, dass es besser sei, "ein Russlandversteher zu sein als ein Kriegsflüsterer", sagte Strutynski auf einer Kundgebung am Ostermontag in Nürnberg.

Schwerpunkte der Demonstrationen in diesem Jahr waren das Ruhrgebiet und Berlin. Unter dem Motto "Krieg wird gemacht - Wir stellen uns dagegen" demonstrierten am Samstag rund 1000 Menschen in der Bundeshauptstadt. Der Ostermarsch Rhein/Ruhr erstreckte sich seit Karfreitag über mehrere Etappen vom münsterländischen Gronau bis nach Dortmund, wo am Montag eine Abschlusskundgebung mit mehreren hundert Teilnehmern stattfand.

Die Ostermarschbewegung geht auf den britischen Philosophen Bertrand Russell (1872-1970) zurück. Unter dessen Regie versammelten sich an Karfreitag 1958 in London erstmals 10.000 Menschen, um für atomare Abrüstung zu demonstrieren. Der erste Ostermarsch in Deutschland fand zwei Jahre später statt. Höhepunkte erlebte die Ostermarsch-Bewegung in Deutschland in den 70er und 80er Jahren im Zusammenhang mit der Anti-Atomkraft-Bewegung und der Debatte über die Nachrüstung.

hf/haz (dpa, afpd, epd)