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Friedensbewegung

Ostermärsche: Aktionen in 70 Städten geplant

Friedensorganisationen rufen für das Osterwochenende zur Teilnahme an den Ostermärschen auf. Die ersten Veranstaltungen beginnen an diesem Karfreitag. Sie richten sich gegen Kriege, Vertreibung und Aufrüstung.

Bei den diesjährigen Ostermärschen steht vielerorts der Protest gegen Rüstungsausgaben im Mittelpunkt. Zudem fordern die Ostermarschierer Frieden für Syrien und die gesamte Nahost-Region. Auf dem Programm stehen von Karfreitag bis Ostermontag Demonstrationen, Kundgebungen, Radtouren, Wanderungen, Mahnwachen, Friedensfeste und -gebete. Die beteiligten Friedensorganisationen rechnen wieder mit einigen Zehntausend Teilnehmern "Es sind etwas mehr Veranstaltungen als im vergangenen Jahr, aber in der normalen Schwankungsbreite", sagt Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative in Bonn. Allerdings befürchtet das Netzwerk, dass wegen des schlechten Wetters und der Urlaubszeit viele Menschen zu Hause bleiben könnten.

Auftakt ist an Karfreitag in etwa zehn Städten, darunter Chemnitz: "Aufrüstung stoppen! Rüstungsausgaben senken!" lautet das Motto des Ostermarschs dort. Schwerpunkte sind Großstädte wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Stuttgart, aber auch das Ruhrgebiet. Dort findet am Samstag der traditionell größte Marsch statt. Der bundesländerübergreifende Ostermarsch Mainz-Wiesbaden steht unter dem Leitspruch "Für eine Welt ohne Krieg, Militär und Gewalt".

Erneuerung der Ostermärsche

Die aktuellen Katastrophen erforderten "mehr denn je" das Eintreten für ein Ende von Kriegen, sagte das Vorstandsmitglied der Friedensbewegung Pax Christi, Stefanie Wahl, der Katholischen Nachrichten-Agentur. Die Organisatoren hofften auch mit Blick auf die Bundestagswahl im September, möglichst viele Menschen zu mobilisieren. Die Expertin begrüßte es, dass die Bürgerinitiative "Pulse of Europe" regelmäßig "den Wert und die Bedeutung eines friedlichen Miteinanders" auf die Straße bringe und sich gegen nationalistische Tendenzen innerhalb der Europäischen Union wende. Zuletzt hatten sonntags in 92 europäischen Städten insgesamt Zehntausende für ein friedliches Europa demonstriert. Unklar sei bislang, so Wahl, wie "Pulse of Europe" sich zu Themen wie der EU-Flüchtlingspolitik positioniere. "Auf den Ostermärschen wird sich hier klar positioniert und auch kritisch auf die Politik der EU geblickt." Zu den Forderungen gehörten etwa der humanitäre Umgang mit Flüchtlingen und sichere Fluchtrouten. Ob sich die "Pulse of Europe"-Anhänger damit identifizierten, lasse sich derzeit nicht sagen.

Unterdessen warb die Friedensforscherin Nicole Deitelhoff für eine Erneuerung der Ostermärsche. Für eine Massenmobilisierung taugten sie nur noch bedingt, sagte sie dem Magazin "Welt-Sichten". Eine Vernetzung mit anderen Bewegungen und eine Erweiterung der Protestformen könnte sinnvoll sein, so die Politikwissenschaftlerin.

Die Ostermarschbewegung hat ihre Wurzeln im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. In der alten Bundesrepublik erlebte sie 1968 und 1983 ihre Höhepunkte mit Hunderttausenden von Demonstranten. Mittlerweile sind die Teilnehmerzahlen stark zurückgegangen.

bri/kle (kna, epd, dpa)