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Wirtschaft

Ostasiens schneller Motor - Südkorea

Wegen seiner rasanten wirtschaftlichen Entwicklung wird das diesjährige Partnerland der Hannover Messe auch als "Wunder Ostasiens" bezeichnet. Ein Team von DW-TV war kürzlich in Südkorea und kehrte beeindruckt zurück.

Moderne Architektur in Seoul (Foto: picture alliance)

Moderne Architektur in der Landeshauptstadt Seoul. Südkorea ist bekannt für rasantes Wachstum

Rentner beim Go spielen in einem Park der Stadt Jeonju (Foto: DW/Manuela Kasper-Claridge)

Auch dieses Bild gehört zum Alltag: Rentner beim Go - ein Brettspiel mit langer Tradition

Es ist eine der gesichtslosen Hochhaussiedlungen in Seoul, in der Yoon Nyung Chang mit ihrer Familie wohnt. Platz ist knapp in der Metropole, deshalb wird nach oben gebaut. Im Großraum der südkoreanischen Hauptstadt wohnen fast 20 Millionen Menschen. Wir fahren mit dem Fahrstuhl in den 15. Stock, um Yoon Nyung Chang zu besuchen. Sie will uns ihr Wohnzimmer zeigen. Für "Global 3000“, dem Globalisierungsmagazin auf DW-TV, produzieren wir an diesem Tag eine Folge der Reihe "Das globale Wohnzimmer“. Menschen aus der ganzen Welt zeigen, wie sie wohnen. Frau Chang empfängt uns mit der typisch koreanischen Herzlichkeit. Sie ist Ende Dreißig, ihr Mann arbeitet bei der Stadtverwaltung, die 13-jährige Tochter geht auf die Oberschule. Das Wohnzimmer ist modern eingerichtet. Ein riesiger Flachbildfernseher, eine Couch, niedrige Bücherregale, wenig, was man als typisch koreanisch bezeichnen würde.

Gewinner der Globalisierung

Die Koreaner leben modern – besonders in den Städten. Altes und Traditionelles findet man kaum. Frau Chang zeigt uns stolz Mitbringsel von Reisen. Einmal im Jahr verreisen, das ist ein Luxus, den sie sich mit ihrer Familie gönnt. Den Nußknacker, der im Wohnzimmer thront, hat sie aber nicht aus Deutschland, sondern aus einem südkoreanischen Supermarkt. Familie Chang ist typisch für die breite südkoreanische Mittelschicht, die von der Globalisierung profitiert. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt bei über 20.000 US Dollar im Jahr. Südkorea hat sich innerhalb weniger Jahrzehnte von einem Agrarland zu einer Industrienation entwickelt mit wettbewerbsfähigen und international nachgefragten Produkten. Jeder zweite Flachbildschirm ist koreanischer Herkunft und Marken wie Hyundai oder LG sind weltweit bekannt.

Wirtschaftsboom mit hohem Tempo

Logo des Hyundai Konzerns (Foto: AP)

Konzerne wie Hyundai lehren die Konkurrenz weltweit das Fürchten

Beeindruckend ist die Geschwindigkeit, mit der die Koreaner die wirtschaftliche Entwicklung vorantreiben. In Hannam-dong, einem bürgerlichen Viertel in der südkoreanischen Hauptstadt, liegt die deutsch-koreanische Außenhandelskammer. Das Büro von Carsten Lienemann, stellvertretendem AHK-Chef in Seoul, ist im 10. Stock eines Hochhauses. Der Volkswirt, der fließend koreanisch spricht, schaut direkt auf eine riesige Baustelle. Innerhalb weniger Monate entsteht ein Luxusappartmentblock. Ein halber Berghang wird bebaut. Die Kammer ist mit über 400 Mitgliedsunternehmen vergleichsweise groß.

Lienemannn betont die Bedeutung Südkoreas für deutsche Unternehmen. Deutschland ist mit Abstand der größte Investor aus der EU in Südkorea. Die Bindungen sind traditionell eng. Im vergangenen Jahr wurde sogar das 125-jährige Jubiläum der deutsch-koreanischen Beziehungen gefeiert. "Schon zu Zeiten des Kaisers gab es einen Freundschaftsvertrag zwischen Deutschland und Korea“, erzählt Lienemann, der sich intensiv mit der Geschichte befasst hat. Vom koreanischen Wirtschaftswunder der letzten Jahre haben auch deutsche Firmen profitiert. „Deutsche Unternehmen beschäftigen in Südkorea über 100.000 Menschen“, sagt Lienemann stolz. Automobilzulieferer wie Bosch fertigen in Südkorea und zahlreiche Mittelständler wie die Firma Trumpf aus Baden-Würtemberg. Sie sind hier, weil sie für die koreanische Investitionsgüterindustrie zuliefern, für die Werften, für Kraftwerke, aber auch für Automobilhersteller.

Lesen sie auf der nächsten Seite: Welche Rolle Nordkorea für den Süden spielt

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