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Wirtschaft

Ostasien will Eckpfeiler der Weltwirtschaft werden

Teilnehmer aus 50 Ländern treffen sich seit Donnerstag zum World Economic Forum in Bangkok. Es geht um die Wachstumschancen einer Region, deren Bedeutung für die Weltwirtschaft zunimmt.

WEF Ostasien 2012. Thailand, Copyright: WEF/Sikarin Thanachaiary

WEF Ostasien 2012

Die Lobby des Luxushotels "Shangri-La" wirkt wie ein improvisiertes Medienzentrum. Wohl an die 40 Fernsehteams haben sich dort aufgebaut, Reporter sprechen aufgeregt in ihre Handys und manch einer versucht mit seinem iPad die Szenen festzuhalten. Sie alle wollen Blicke auf Präsidenten, Minister oder eine Friedensnobelpreisträgerin erhaschen. Vielleicht gibt es ja sogar ein Statement.

Überraschungsgast auf dem WEF Ostasien: Aung San Suu Kyi, Oppositionsführerin aus Myanmar (Foto:AP/dapd).

Überraschungsgast auf dem WEF Ostasien: Aung San Suu Kyi, Oppositionsführerin aus Myanmar

Auch die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Sun Kyi nimmt am World Economic Forum teil. Erstmals seit 24 Jahren hat die Menschenrechtsaktivistin ihr Heimatland verlassen können, um nach Thailand zu kommen. Jahrelang stand sie unter Hausarrest - jetzt ist sie Botschafterin für eine rosige Zukunft ihres Landes. Ihre Teilnahme war der Überraschungscoup der Veranstalter des WEF und durchaus folgerichtig. Denn Myanmar braucht ausländische Investitionen. Das hochkarätig besetzte Forum ist ein guter Ort, um dafür zu werben. Unter den Teilnehmern in Bangkok sind Repräsentanten von 60 der weltweit führenden Unternehmen. Darunter Unternehmenschefs aus Asien, Europa oder den USA und zahlreiche Politiker.

Thailand präsentiert sich der Welt

Auch Thailand nutzt die Gelegenheit und wirbt für sich. Im Interview mit der DW - das erste, das sie einem europäischen Sender gibt - betont Premierministerin Yingluck Shinawatra die Vorteile des Standorts. "Unsere Wirtschaft wächst. Wir rechnen mit 5,5 bis 6,5 Prozent in diesem Jahr, unsere Exporte werden voraussichtlich um 15 Prozent steigen. Dies ist eine gute Zeit, um in Thailand zu investieren", sagt sie und lächelt einladend. Im Juli will Shinawatra auf Staatsbesuch nach Deutschland kommen und auch dann für Thailand werben.

Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe

Yingluck Shinawatra , Premierministerin Thailand im Gespräch mit Manuela Kasper-Claridge, DW Wirtschaft auf dem WEF Ostasien Quelle: DW Aufnahmeort: Bangkog, Thailand Datum: 30.5.2012

Erstes Interview für eine TV-Station aus Europa: Yingluck Shinawatra, Premierministerin von Thailand

Die Folgen der katastrophalen Flut im vergangenen Jahr sind im alltäglichen Leben kaum noch sichtbar. Der Schutt ist lange weggeräumt und die Regierung hat ein großes Infrastrukturprogramm aufgelegt, das die Wirtschaft zusätzlich ankurbelt. Straßen werden erneuert, Dämme gebaut. Der erste Tag im Amt war für die Premierministerin im vergangenen Jahr auch der erste Tag der Flutkatastrophe. So einen Amtsantritt wünscht sie niemandem - aber, so sagt sie, "Thailand wandelt die Krise in eine Chance."

Hoffnung auf gemeinsame Wirtschaftszone

Große Hoffnung setzt Shinawatra auf eine gemeinsame Wirtschaftszone der ASEAN- Länder. Diese soll bis 2015 entstehen - eine optimistische Annahme. Denn bis dahin müssen zahlreiche Handelsbarrieren abgeschafft und Business Visa eingeführt werden, die für den gesamten Raum gelten sollen, der immerhin zehn Länder umfasst. "Der gemeinsame Markt kann sich auch über ASEAN hinaus entwickeln. Vorraussetzung aber ist, dass sich Menschen und Waren frei bewegen können", sagte Thongsing Thammavon, Premierminister von Laos auf der Eröffnungsveranstaltung in Bangkok. Und Prince Al Khalifa, der Premierminister Bahreins, sieht eine gemeinsame Wirtschaftszone der ASEAN Länder als Inspiration für andere Regionen in der Welt.

Enormes Potential

600 Millionen Menschen leben in Südostasien – doppelt so viele wie in den USA. Das gesamte Bruttosozialprodukt macht drei Billionen US Dollar aus. Hinzu kommen ein Reichtum an Rohstoffen und eine junge Bevölkerung. "Die Region hat alle Vorrausetzungen, um ein Eckpfeiler der Weltwirtschaft zu werden", sagt Shinawatra. Das Selbstbewusstsein dafür ist auf jeden Fall da.