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Kultur

Oscar-Triumph für Mittelerde

Die diesjährige Oscar-Verleihung blieb ohne große Überraschungen, hatte aber einen herausragenden Gewinner.

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Auch diese Schlacht ist gewonnen

Elf Oscars haben das monumentalste Wagnis der Filmgeschichte auch zu einem ihrer größten Triumphe gemacht: "Der Herr der Ringe 3 - Die Rückkehr des Königs" wurde in Los Angeles bei der 76. Oscar-Verleihung nicht nur mit der begehrten Auszeichnung für den besten Film des Jahres 2003, dem Regiepreis für den Neuseeländer Peter Jackson und neun anderen Goldstatuetten belohnt. Das
Abschlusswerk der "Ringe"-Trilogie konnte auch mit den jeweils elf Oscar-Gewinnen von "Ben Hur" (1959) und "Titanic" (1997) gleichziehen.

Oscar Preisträger Peter Jackson, 2004, Los Angeles

Oscar-Preisträger Peter Jackson

Dass der bärtige Peter Jackson am Sonntag (29.2.2004) mit dem Regie-Oscar belohnt wurde, ist gewiss eine hochverdiente Anerkennung für seine Gesamtleistung bei den drei "Herr der Ringe"-Filmen. Kaum einer hätte dem schrulligen 42-jährigen Neuseeländer noch vor einigen Jahren die Meisterung einer solch großen Herausforderung zugetraut. Jackson hat mit seinem Team Filmgeschichte geschrieben und mit den drei "Ringe"-Folgen bereits knapp drei Milliarden Dollar eingespielt - auch kommerziell ein Erfolg ohne Beispiel.

Die anderen Gewinner

Oscar Preisträger Sean Penn, Mystic River, Los Angeles 2004

Oscar-Preisträger Sean Penn

"Der Herr der Ringe 3" ist außerdem erst der dritte Film in der Oscar-Geschichte, der in allen elf nominierten Kategorien auch den Sieg über die Konkurrenz davontrug. Diese musste sich fast ausschließlich mit den Darstellerpreisen zufrieden geben: Sean Penn (Foto) für die Hauptrolle und Tim Robbins für seine Nebenrolle in Clint Eastwoods düsterem Drama "Mystic River" bekamen ebenso ihren jeweils ersten Oscar wie die gebürtige Südafrikanerin Charlize Theron für ihre Mörderin-Darstellung in "Monster".

Oscar Verleihung 2004: Renee Zellweger, Cold Mountain, Los Angeles

Oscar-Preisträgerin Renee Zellweger

Renee Zellweger wurde für ihre Nebenrolle als resolute Streunerin in "Unterwegs nach Cold Mountain" belohnt. Das Bürgerkriegs-Epos floppte ansonsten und gehörte zu den größten Enttäuschungen der Oscar-Nacht. Die brachte ansonsten wenig Überraschungen. Besonders die schöne Theron, die in "Monster" eine verblüffende äußere
Verwandlung in eine aufgedunsen-hässliche Straßenprostituierte auf sich nahm, war der Oscar schon vorher so gut wie sicher. Und für Hollywood-Rebell Penn bedeutet der Preis nach einigen Enttäuschungen in den Vorjahren endlich Genugtuung und Anerkennung für sein intensives Spiel.

Anerkennung als Regisseurin blieb der jungen Sofia Coppola, Tochter des berühmten "Pate"-Schöpfers Francis Ford Coppola, zwar noch verwehrt. Aber die Filmemacherin bekam zumindest völlig verdient den Oscar für ihr Originaldrehbuch zu der melancholischen Komödie "Lost in Translation".

Alles andere als überraschend war der Oscar für den Animationsfilm "Findet Nemo". Die Geschichte um die wundersame Befreiung des putzigen Clownfischs ist ein kassenfüllender Welterfolg, der Kinder wie Erwachsene gleichermaßen begeistert.

Hochverdient ist auch die Preisvergabe für den besten fremdsprachigen Film an die kanadische Produktion "Die Invasion der Barbaren". Die in französischer Sprache gedrehte Tragikomödie von Denys Arcand war eines der herausragenden künstlerischen Kinoereignisse 2003 auch in
Deutschland.

Deutsche Hoffnungen auf eine Teilhabe am diesjährigen Oscar-Segen mit den nominierten Kurzfilmen von Katja Esson und Florian Baxmeyer wurden in Los Angeles enttäuscht. Die Arbeiten der beiden Filmemacher konnten sich gegen die Konkurrenten nicht durchsetzen. (kas)

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