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Nahost

Osama bin Laden, der Blumenliebhaber

Osama bin Laden mag gerne Sonnenblumen: Solche und andere überraschende Details über das Privatleben des Topterroristen fördert jetzt ein Buch zu Tage, das seine erste Frau Najwa und sein Sohn Omar geschrieben haben.

Osama bin Laden (Foto: AP)

Überraschende Einblicke: Osama mag Blumen

Ein großes Talent fürs Kopfrechnen soll er gehabt haben: Der US-Staatsfeind Nummer eins, das Gesicht des internationalen Terrorismus, liebte es, gegen Taschenrechner anzutreten und meist soll er gewonnen haben. Und Blumen möge er gerne, am liebsten Sonnenblumen: Diese und andere überraschende Details aus dem Privatleben Osama bin Ladens gibt das Buch "Growing up bin Laden" preis, das Ende Oktober auf englisch erschienen ist, geschrieben von seiner ersten Frau Najwa und seinem Sohn Omar. Darin schreiben sie über den Werdegang des meistgesuchten Mannes der Welt und fördern dabei allerlei Erstaunliches zu Tage.

Das Buch 'Growing Up Bin Laden' von Najwa und Omar bin Laden

Das Buch "Growing Up Bin Laden"

Zum Beispiel, dass bin Laden, der einst die Amerikaner als "dreckige Ungläubige" beschimpfte, selbst schon in den USA war: Kurz nach der iranischen Revolution 1979 habe bin Laden, der seine Frau mit 17 Jahren geheiratet hatte, mit ihr eine Reise in die USA unternommen, hat sie dem Co-Autor Jean Sasson erzählt: "Wir waren zwei Wochen in den USA, in Indianapolis und in Los Angeles." Seinen fanatischen Antiamerikanismus habe er erst zu Beginn der 1990er Jahre entwickelt. Während des zweiten Golfkrieges warf er dem saudischen König Fahd angesichts des amerikanischen Aufmarsches in der Region vor, die heiligen Stätten Mekka und Medina entweiht zu haben und forderte die Errichtung einer Theokratie sowie die Vertreibung des Westens von der arabischen Halbinsel.

Ausweisung aus Saudi-Arabien

Wegen seiner Angriffe auf das Königshaus wurde er gemeinsam mit seiner Familie 1991 aus Saudi-Arabien ausgewiesen und gelangte 1992 über Afghanistan in den Sudan, in dem 1989 das islamische Regime des Omar Hassan Ahmad al-Bashir die Herrschaft übernommen hatte. Im sudanesischen Exil soll der grimmige Bartträger, der sich meist mit einer Kalaschnikow zeigt, seine Liebe zu Blumen entdeckt haben, Sonnenblumen haben es ihm demnach besonders angetan. Außerdem isst er am liebsten, so heißt es in dem Buch, Mangos und gefüllte Zucchini, er nimmt seinen Tee mit zwei Stück Zucker und hört gerne das englische Programm der BBC.

Omar Osama bin Laden (r.) und seine britische Frau Zaina Alsabah, gebürtige Britin (Foto: AP)

Distanziert sich von seinem Vater: Omar Osama bin Laden

Dennoch war er auch privat keine liebevolle Vaterfigur: Der 1957 in Riad geborene Osama bin Laden ist Berichten zufolge mit fünf Frauen verheiratet. Mit seiner ersten, aus Syrien stammenden Frau Najwa Ghanem hat er elf Kinder. Verschiedenen Presseartikeln zufolge soll er Vater von mindestens 25 bis zu über 40 Kindern sein, Omar ist sein viertältester Sohn. Ihm zufolge soll er ein strenger Vater gewesen sein: Er habe seine Kinder zum Beispiel bestraft, wenn sie beim Lachen zu viele Zähne zeigten. Auch soll er sie zum Zwecke der Abhärtung ohne Wasservorräte auf Bergtouren geschickt haben. Die Nutzung der Klimaanlage war nicht gestattet, auch der Kühlschrank blieb trotz der in Saudi-Arabien herrschenden Hitze ausgeschaltet. Aber nicht in allen Punkten verzichtete bin Laden auf die Annehmlichkeiten der Zivilisation: Osama liebe schnelle Autos, vor allem seinen gold-farbenen Mercedes, und nichts habe ihm mehr Vergnügen bereitet, als den ganzen Tag durch die Wüste zu fahren und dort lange Märsche zu unternehmen, erzählt seine Frau in dem Buch.

Distanzierung vom Vater

"Als Sohn von Osama Bin Laden bin ich wirklich traurig über die schrecklichen Dinge, die passiert sind, und die unschuldigen Leben, die zerstört wurden", formuliert Omar Bin Laden, der 1981 geboren wurde. Im April 2001 wandte er sich endgültig von seinem Vater ab und auch seine Mutter trennte sich kurz vor den Terroranschlägen von ihm. Mit ihren drei kleinsten Kindern durfte sie zurück nach Syrien gehen. Die beiden Älteren mussten auf Befehl ihres Mannes, der inzwischen seine sechste Frau geheiratet hatte, in Afghanistan zurückbleiben. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 haben Sohn und Ehefrau nach eigenen Angaben von Osama Bin Laden kein Lebenszeichen mehr erhalten.

Najwa und Omar Bin Laden: Growing Up Bin Laden: Osama's Wife and Son Take Us Inside Their Secret World
St. Martin’s Press, New York, 352 Seiten

Autorin: Ina Rottscheidt (afp)
Redaktion: Thomas Latschan

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