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Aktuell Amerika

Orthodoxe Juden verlassen Dorf in Guatemala nach Streit mit Indios

Es ist ein bizzarer Streit zwischen einer Gruppe orthodoxer Juden und indigenen Dorfbewohnern: In einem Dorf in Guatemala drohen die Indigenen, die Juden zu lynchen. Die Orthodoxen ziehen nun Konsequenzen.

Nach heftigen Auseinandersetzungen mit den indigenen Dorfbewohnern verlässt eine Gruppe orthodoxer Juden die Gemeinde San Juan la Laguna im Westen von Guatemala. "Wir haben das Recht hier zu sein, aber sie haben gedroht, uns zu lynchen", sagte der Sprecher der Gruppe, Misael Santos, der Zeitung "Prensa Libre". "Wir sind Leute des Friedens und bevor etwas passiert, gehen wir lieber."

Vermittlungsversuch gescheitert

Ein Indigener diskutiert (Foto: AFP)

Die Indigenen sprechen von "Selbstverteidigung"

Die Indios beschuldigen die orthodoxen Juden, Bräuche der Maya-Kultur zu verletzen und den katholischen Glauben zu unterwandern. Sie würden sich nicht an die sozialen Gepflogenheiten des Dorfes zu halten. Beispielsweise würden sie die Bewohner nicht grüßen. Der Sprecher der indigenen Bevölkerung, Miguel Vásquez, sagte der Nachrichtenagentur AFP, seine Gruppe handele aus "Selbstverteidigung".

Die rund 230 Juden stammen vor allem aus den USA, Israel und Russland. Ein von der Staatsanwaltschaft für Menschenrechte initiierter Vermittlungsversuch zwischen den Gruppen war am Mittwoch gescheitert. Die orthodoxen Juden lebten seit sechs Jahren in dem Dorf. San Juan la Laguna liegt am Atitlán-See 200 Kilometer von Guatamala-Stadt entfernt.

cr/det (dpa, afp)