Orkan ″Niklas″ hinterlässt schwere Schäden | Aktuell Deutschland | DW | 31.03.2015
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Aktuell Deutschland

Orkan "Niklas" hinterlässt schwere Schäden

Das Orkantief hat quer über die Republik getobt. Bahn- und Flugreisende müssen sich auch heute auf Einschränkungen einstellen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen unwetterbedingt elf Menschen ums Leben.

Neun Tote, Stromausfälle, stillstehende Züge und heftige Schäden - so eine erste Bilanz des Orkan "Niklas", der mit bis zu 192 Stundenkilometern über Deutschland hinwegfegte. Dieser hatte sich am Dienstag zu einem der stärksten Stürme der vergangenen Jahre entwickelt und den Verkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt.

Das Orkantief stoppt zehntausende Reisende

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen stoppte die Deutsche Bahn den Nahverkehr komplett, im Fernverkehr fuhren nur einzelne Züge. In Bayern wurde der Bahn-Fernverkehr eingestellt, die Haupthalle des Münchner Hauptbahnhofs wurde wegen Orkanschäden geräumt. Insgesamt waren Zehntausende Reisende und Pendler betroffen. In einzelnen Regionen werde es auch am Mittwoch noch zu Zugausfällen und Verspätungen kommen, teilte die Deutsche Bahn mit. Zwar seien auf den meisten Strecken die Aufräumarbeiten in der Nacht abgeschlossen und die Verbindungen in allen Regionen wieder aufgenommen worden. Viele Züge könnten aber noch nicht an den normalen Startbahnhöfen eingesetzt werden, weil sie wegen des Unwetters ihre Fahrt frühzeitig beenden mussten.

Deutschland Pegnitz Orkan Niklas Bahnverkehr Sturmschaden

Der Bahnverkehr war vielerorts betroffen, es blieb glücklicherweise aber bei Sachschäden

Probleme meldete Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt am Main. Bereits seit Dienstagmorgen kam es zu Verspätungen, der Betreiber Fraport sprach von insgesamt mehr als 180 ausgefallenen Starts und Landungen. Angesichts der Wetterlage müsse auch am Mittwoch mit Einschränkungen im Flugbetrieb gerechnet werden, sagte ein Sprecher. Am Hamburger Flughafen wurden mehrere Starts und Landungen gestrichen.

Auch in den Niederlanden wütete der Sturm. Der Amsterdamer Flughafen Schiphol annullierte Dutzende Flüge, viele Passagiere mussten sich auf lange Wartezeiten einstellen. An Europas größtem Hafen in Rotterdam mussten wegen des Orkantiefs zwei Container-Terminals geschlossen werden.

Feuerwehrmänner entfernen im Berliner Stadtteil Wedding einen entwurzelten Baum von der Straße (Foto: REUTERS/Fabrizio Bensch)

Wie in Berlin entwurzelte "Niklas" in vielen Orten Bäume

Mehrere Tote

Auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze (2962 Meter) tobte Orkan "Niklas" besonders kräftig: Am Dienstagmittag wurde auf dem Gipfel oberhalb von Garmisch-Partenkirchen eine Böe mit der Geschwindigkeit von 192 Stundenkilometern registriert.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte Unwetterwarnungen für große Teile Deutschlands herausgegeben - die Meteorologen warnten vor entwurzelten Bäumen, herumwirbelnden Gegenständen und schweren Schäden an Gebäuden. In Rheinland-Pfalz starben zwei Männer, als ein Baum auf ein Dienstfahrzeug der Straßenmeisterei krachte. Auch in Bayern wurde eine Autofahrerin von umstürzenden Bäumen tödlich getroffen. In Sachsen-Anhalt wurde ein Mann von einer Mauer erschlagen. In Niedersachsen starb ein Mann unter einem herausgebrochenen Scheunentor. Auch in Österreich und der Schweiz gab es je einen Unwettertoten. Außerdem gab es vier Todesopfer bei wetterbedingten Unfällen.

Übertrifft "Niklas" das Orkantief "Xaver"?

"Es dürfte einer der schwersten Stürme der vergangenen Jahre werden", sagte Peter Hartmann vom Deutschen Wetterdienst. Es sei damit zu rechnen, dass "Niklas" das Orkantief "Xaver" vom Dezember 2013 übertreffe. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes hat sich der Sturm inzwischen abgeschwächt, dennoch müsse im gesamten Land am Mittwoch weiter mit Sturm und teilweise auch mit orkanartigen Böen gerechnet werden.

haz/sp/gmf (dpa, afp, rtr)

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