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Musik

Orgelbau als Kulturerbe nominiert

Als traditionsreiches Kulturgut sind kunstvolle Orgeln aus Deutschland weltweit gefragt. Zusammen mit Orgelmusik wurde Orgelbaukunst der UNESCO nun offiziell als immaterielles Kulturerbe der Menschheit vorgeschlagen.

Deutschland hat jetzt den Orgelbau und die Orgelmusik für die Internationale Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit vorgeschlagen. Am Mittwoch sei die Nominierung offiziell bei der Unesco eingereicht worden, teilte die deutsche UNESCO-Kommission in Bonn mit. Der zuständige Ausschuss entscheidet allerdings erst Ende 2017 über die Aufnahme neuer Kulturgüter.

Der Orgelbau ist die zweite internationale Nominierung Deutschlands, 2015 wurde bereits die Genossenschaftsidee als immaterielles Kulturgut vorgeschlagen. Die Liste würdigt kulturelle Ausdrucksformen aus aller Welt, die zur besonderen Kultur des jeweiligen Landes gehören.

Mehr als 350 Bräuche, Künste und Traditionen stehen auf der Liste der Unesco. Dazu gehören unter anderem der argentinische Tango, das Schattentheater der Khmer in Kambodscha und die chinesische Medizin. Diese Kulturtechniken werden von Generation zu Generation weitergegeben und prägen maßgeblich die kulturelle Identität des jeweiligen Landes.

Berühmte Silbermann-Orgel in St. Petri zu Freiberg (Copyright: Ralf Menzel)

Berühmt in aller Welt für ihren Klang: Silbermann-Orgel in St. Petri zu Freiberg

Orgelmusik als kulturelle Identität

Der Orgelbau und Orgelmusik stehen schon seit Dezember 2014 auf der nationalen Liste des immateriellen Kulturerbes in Deutschland. Nun könnten sie es als eines der ersten nicht-dinglichen Kulturgüter aus Deutschland auch auf die internationale Liste schaffen. "Wir sind sehr glücklich darüber, dass der Orgelbau und die Orgelmusik zum UNESCO-Welterbe werden sollen", sagte ein Mitarbeiter von Orgelbauer Johannes Klais aus Bonn. "Es ist wichtig, weil damit den Menschen die langjährige Tradition ins Bewusstsein gebracht wird."

Für die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes hatte die Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VOD) den Antrag eingereicht - und wartet dabei mit beeindruckenden Zahlen und Fakten auf: Mit 50.000 Instrumenten weist Deutschland die größte Dichte an Orgeln weltweit auf. Derzeit gibt es etwa 400 Orgelbaubetriebe mit etwa 2800 Mitarbeitern in Deutschland. Rund 100 Orgeln werden jedes Jahr neu gebaut. Viele Innovationen im Orgelbau sind auch durch deutsche Orgelbauer und Komponisten entstanden.

Die Spanische Hofreitschule Wien (Foto: picture alliance/APA/picturedesk/G. Hochmuth)

Die Klassische Reitkunst und die Hohe Schule der Spanischen Hofreitschule Wien stehen bereits auf der Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit

Musiktradition lebendig halten

"Mit dem Rückgang der Kirche im Alltag in Deutschland und Europa nimmt das Wissen über die Orgel und ihre Musik auch ab", befürchtet man bei dem Bonner Unternehmen "Johannes Klais Orgelbau". "Die Orgel wird meistens als Kircheninstrument wahrgenommen. Als UNESCO-Welterbe würde so ein Stück europäischer Musiktradition erhalten bleiben."

Im Jahr 2003 verabschiedete die UNESCO das "Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes". Deutschland hat die Konvention erst im Jahr 2013 ratifiziert. Mittlerweile stehen auf der deutschen Liste des immateriellen Kulturerbes 34 Kulturformen, die als kulturelle Tradition bis heute lebendig gehalten und immer wieder neu gestaltet werden: vom Brotbacken bis hin zum Sternsingen am Dreikönigstag.

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