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Reise

Orchidee des Jahres gekürt

Er bildet keine Blätter, aber zwischen Juli und August blassgelbe und rosaschimmernde Blüten: Der "Blattlose Widerbart" ist die Orchidee des Jahres und in vielen Bundesländern gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht.

Die Pflanze ist hochsensibel, sie mag es dunkel und feucht. Denn der "Blattlose Widerbart" ernährt sich ohne Chlorophyll und lebt zusammen mit Bodenpilzen, mit deren Hilfe er abgestorbene Nährstoffe aufnimmt. In kühlen Wäldern mit feuchtigkeitsspendendem Totholz fühlt er sich besonders wohl.

Eine große Gefahr für diese Orchidee ist der klimawandelbedingte Temperaturanstieg, warnen die Arbeitskreise Heimische Orchideen (AHO) in Deutschland, die diese Art zur Orchidee des Jahres 2014 gekürt haben. Damit wollen sie auf den Verlust artenreicher alter und langjährig ungestörter Laub- und Nadelholzwälder in Deutschland und in ganz Europa aufmerksam machen. Der "Blattlose Widerbart" steht auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, auch in Deutschland ist seine Zahl rückläufig. Größere Bestände finden sich noch im Alpenvorland, der Schwäbischen Alb und in der Mitte Deutschlands.

Besonders viele Orchideenarten finden Besucher im Naturschutzgebiet Deggenreuschen-Rauschachen im Schwarzwald. Auf einem Gelände von 126 Hektar enstanden durch gezielte Bewaldung mit Fichten Moderhumusböden. Diese bieten zahlreichen seltenen Pflanzen ideale Bedingungen. Naturfreunde können auf dem Orchideen-Lehrpfad auch den "Blattlosen Widerbart" aus nächster Nähe betrachten.

mz/ej (epd)