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Wirtschaft

Oracle übernimmt Sun Microsystems

SAP-Konkurrent Oracle will 7,4 Milliarden Dollar für Sun Microsystems zahlen und damit eine Silicon-Valley-Legende retten. Zuvor waren Verhandlungen mit IBM über eine Konzernübernahme gescheitert.

Larry Ellison zwischen Konzernlogos Oracle und Sun (Foto: AP/DW-Fotomontage)

Oracle-Konzernchef Larry Ellison verkündet die Übernahme von Sun Microsystems

Der angeschlagene Netzwerk- und Server-Spezialist Sun Microsystems bekommt überraschend ein neues Zuhause. Der US-Unternehmenssoftware-Konzern Oracle Corp. will den Entwickler hochgezüchteter Arbeitsplatzcomputer aus dem Silicon-Valley übernehmen. Wie Oracle in Redwood Shores (Kalifornien) am Montag (20.04.2009) mitteilte, nahm die Geschäftsleitung von Sun das Angebot einstimmig an. Danach zahlt Oracle 9,50 Dollar pro Sun-Aktie. Das sind zehn Cent mehr als IBM geboten hatte. Analysten hatten schon seit einiger Zeit die Meinung vertreten, Sun werde allein nicht bestehen können, nachdem das Unternehmen in den fünf Jahren seit dem Platzen der Internet-Spekulationsblase im Jahr 2001 mehr als fünf Milliarden Dollar verloren hatte.

Schlag gegen die Konkurrenz

Gebäude der SAP-Zentrale (Foto: AP)

Die Konkurrenz für SAP im badischen Walldorf wird schärfer.

Oracle gilt als schärfster Konkurrent des deutschen Branchenriesen SAP. Der Konzern aus Kalifornien griff zu, nachdem Verhandlungen zwischen Sun und dem IT-Giganten IBM gescheitert waren. Dabei könnten nach Ansicht von Experten kartellrechtliche Bedenken eine Rolle gespielt haben. Mit der Übernahme stärkt Oracle nun auch seine Position gegenüber IBM. Bei den Hochleistungsrechnern, wie sie in Firmen oder fürs Internet eingesetzt werden, katapultiert sich Oracle durch die Übernahme unter die Top vier hinter IBM, Hewlett-Packard und Dell.

Oracle interessiert Programmierplattform Java

Der Oracle-Konzern ist nach Zukäufen bekannter Software-Häuser wie PeopleSoft oder Siebel jetzt vor allem an der Programmierplattform Java und dem offenen Betriebssystem Solaris interessiert. Oracle-Chef Larry Ellison sagte, das Unternehmen nutze bereits beide Technologien für seine Produkte. Künftig könne man Firmenkunden als einziger Anbieter ein komplettes System von der Hardware bis zur Software liefern. Die Übernahme von Sun verwandele die gesamte IT-Branche, sagte Ellison. Java laufe auf Hunderten von Millionen Geräten weltweit und finde in Handys ebenso Anwendung wie in Heim- und Großrechnern.

Die erste Sun-Workstation hatte in Jahr 1982 in Kalifornien der Deutsche Andreas von Bechtolsheim gebaut. Er war damals Student an der Stanford-Universität in Palo Alto. Mit ihm arbeiteten drei Kommilitonen, die Amerikaner Bill Joy, Vinod Koshla und Scott McNealy. Mit dem Boom der 90er Jahre war Sun so erfolgreich, dass man sogar an der Kauf des damals weniger erfolgreichen Computerpioniers Apple denken konnte. Doch auf das Platzen der Spekulationsblase an den Börsen reagierte Sun zu schwerfällig. Das eigene Betriebssystem, zu keinem anderen System kompatible war, erwies sich als Nachteil gegenüber der Konkurrenz, die auf preisgünstigere Standardtechnik setzte. Sun musste mehrere tausend seiner zuletzt rund 33.000 Beschäftigten entlassen. (hp,SC,ap,rtr, dpa)

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