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Kultur

Option "gewaltfrei"

Seit kurzem ist ein neuartiger DVD-Player auf dem US-amerikanischen Markt. Er sorgt für gewaltfreie Filme, auch ohne elterliche Aufsicht.

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DVD-Player mit "Clear-Play"-Technik

Gewalt, Drogenkonsum oder Sexszenen. In vielen aktuellen Filmen lassen sich die drei Charakteristika massenhaft finden. In den USA wurde nun ein DVD-Player entwickelt, der beim Abspielen des Films Szenen überspringt, oder den Ton ausschaltet.

Aus dem Hause RCA kommt der neue DVD-Player mit "ClearPlay"-Technik. Dabei erkennt das Gerät dank seiner vorher installierten Steuerdateien Szenen, die anstößig sind. Besonders interessant für Eltern, die ihren Kindern keine Gewalt-, Sex- oder Drogenkonsumszenen aussetzen möchten. Für 70 US-Dollar kann der "RCA Progressive Scan DVD Player with ClearPlay" im amerikanischen Wal-Mart gekauft werden.

Steuerdateien

Um die entsprechenden Szenen zu erkennen, benötigt der DVD-Player für jede DVD eine Steuerdatei. Anhand der individuellen Steuerdatei erkennt der Player, welche Szenen übersprungen werden, oder welche Szenen ohne Ton weiterlaufen sollen. Mit Hilfe von Schnittlisten auf Timecode-Basis realisieren die Macher von "ClearPlay" die Filterung der zu überspringenden Inhalte.

Das Gerät erkennt die Szenen also nicht automatisch via Sprach- oder Bilderkennung, sondern reagiert nur auf das Signal der Steuerdatei. Und schaltet dann automatisch von der markierten Stelle auf die darauf markierte Stelle im Film. Alle Szenen, die gefiltert werden sollen, sind auf diese Weise markiert. Vier Filter sind beliebig kombinierbar zu kaufen: Filter gegen Gewaltszenen, Sexszenen, vulgäre Sprache, sowie Szenen mit Drogen- und Alkoholkonsum.

"ClearPlay" selbst beschreibt die verwendete Technik als "super schnelle Finger, die die Fernbedienung betätigen, um bestimmte Inhalte auszublenden". Das Unternehmen betont, dass die Filme nicht unter der Filterung leiden. Spielverlauf und Unterhaltungswert der Filme würden nicht von den Zwangssprüngen und Stummschaltungen beeinträchtigt. Der Zuschauer soll den Eingriff in den Film gar nicht merken, wirbt die Firma. Zumindest bei Filmen, die von vornherein nicht auf Gewaltszenen setzen, stimmt das sicherlich. Reine Gewaltfilme sollte man mit "ClearPlay" allerdings erst gar nicht anschauen.

Filterung An oder Aus

Die "ClearPlay Filter" können je nach Wunsch an- oder ausgeschaltet werden. Das geschieht durch Passworteingabe vor Abspielen der DVD. Ein Beispiel: Erwachsene mit Passwort sehen die Originalversion. Ihre unbeaufsichtigten Kinder, ohne Passwort, die gefilterte Version. Beim Kauf des DVD-Players stehen dem Filmliebhaber zunächst 100 Steuerdateien zur Verfügung. Insgesamt kann der Player Informationen zu 300 Steuerdateien speichern. Legt der Benutzer eine DVD ein, deren Datei auf dem Player gespeichert ist, kann er entweder die gefilterte oder die ungefilterte Version auswählen.

Für neue Filme entwirft "ClearPlay" stetig neue Schnittlisten. Diese können per CD-ROM von "ClearPlay" direkt bezogen werden, oder demnächst auch bei der Handelskette Wal-Mart. Die Memory-Funktion des Players kann nach Benutzerwünschen geändert werden: Durch Löschen der alten und Einspielen neuer Steuerdateien.

Auf der Internetseite von "ClearPlay" sind alle Filme aufgeführt, für die Schnittlisten entwickelt wurden. Nach Anklicken der Filme bekommt der Nutzer einen Überblick über die dargestellten Gewalt-, Sex-, oder Drogenszenen. Bewertet auf einer Scala von "Nicht vorhanden" bis "hoch".

Kosten

Neben den 70 US-Dollar (58 Euro) für den DVD-Player kommt noch ein Mitgliedsbeitrag der Firma "ClearPlay" hinzu. Der Nutzer kann für fünf US-Dollar alle bereits veröffentlichten Steuerdateien kaufen. Oder für einen einmaligen Betrag von 40 US-Dollar die Dateien der letzten 90 Tage. "ClearPlay" hat bis jetzt 600 Filmdateien entwickelt. Das entspricht 600 Filmen, die für einen entspannten Familienabend sorgen, ohne filmische Gewalt oder vulgäre Filmdialoge.

WWW-Links

  • Datum 19.04.2004
  • Autorin/Autor Miriam Beiseler
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/4uCN
  • Datum 19.04.2004
  • Autorin/Autor Miriam Beiseler
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