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Ölpreis

Optimistische Töne beim Opec-Gipfel

In Wien hat das Treffen der Opec-Staaten begonnen. Die Erwartungen sind hoch, die Chancen auf eine Einigung niedrig. Der Ölpreis reagiert schon mal auf die Hoffnung und steigt.

Ganz besonders optimistisch zeigte sich am Morgen in Wien ein Delegierter des Irak: "Es wird heute eine Einigung geben", sagte er auf dem Weg zu der Zusammenkunft. Auch die Vertreter Saudi-Arabiens gingen mit Zuversicht in die Verhandlungen. Irans Ölminister Bidschan Sanganeh meinte: "Ich bin optimistisch."

Dabei ringen die großen Exportländer bereits seit Monaten um eine Begrenzung der Fördermengen, um der Rohöl-Schwemme Herr zu werden und den Ölpreis zu stabilisieren. Die Ergebnisse sind allerdings bescheiden, der Ölpreis verbleibt wegen des weltweiten Überangebots in historisch niedrigen Gefilden. Ein konkreter Beschluss in Wien brächte die erste Förderbeschränkung seit acht Jahren.

Österreich Wien Minister Jabar Ali al-Luaib Irak bei Opec Treffen (Reuters/H.-P. Bader)

Iraks Ölminister Jabar Ali al-Luaib in Wien

Vor allem Iran und Irak stemmten sich bisher gegen den Druck Saudi-Arabiens. Iran will Marktanteile zurückgewinnen, nachdem jahrelange Sanktionen gegen das Land im Zuge des Atomstreits aufgehoben wurden. Saudi-Arabien hatte Opec-Quellen zufolge in den letzten Wochen angeboten, die eigene Förderung zu reduzieren. Allerdings hatte der Vertreter der Saudis schon am Sonntag angedroht, es sei auch möglich, dass er Wien ohne Einigung verlassen werde.

Geschwächtes Kartell

Eigentlich hatten sich die Opec-Mitglieder schon im September darauf geeinigt, die Ölförderung auf 32,5 bis 33 Millionen Fass täglich zu senken. Die prinzipielle Vereinbarung soll nun in Wien konkretisiert werden. Beobachter rechnen damit, dass die Ölpreis scharf fallen könnte, falls es in Wien nicht zu einer Einigung der Förderländer kommt. Experten von Morgan Staley und Macquarie schätzten, der Preis könnte dann auf 35 Dollar pro Fass abfallen.

Am Mittwoch stieg der Preis der für Europa wichtigen Öl-Sorte Brent zunächst um 1,5 Prozent. Im Laufe des Vormittags vergrößerte sich das Plus auf rund acht Prozent. Nach starken Verlusten am Vortag notierte Brent am Mittwoch schließlich über 50 Dollar pro Fass. Zur Opec gehören 14 Förderländer, die aber nur noch für ein Drittel der weltweiten Ölförderung stehen. Wichtige Produzenten wie Russland gehören nicht zu dem Kartell. Moskau hatte im Vorfeld angekündigt, man sei zwar bereit, die eigene Fördermenge einzufrieren, nicht aber zu senken.

ar/hb (afp, rtr, dpa)  

 

 

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