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Sport

Optimismus vor der Jubiläums-Tournee

Die deutschen Skispringer wollen bei der Vierschanzentournee endlich wieder vorne mitmischen. Bundestrainer Schuster schickt eine starke Mannschaft ins Rennen. Die größten Hoffnungen ruhen auf Freitag und Freund.

Richard Freitag (o.) und Severin Freund (u.) (Foto: dapd/AP)

Die Skispringer Richard Freitag (o.) und Severin Freund (u.)

Die Vierschanzentournee der Skispringer ist seit ihrer Premiere 1953 zu einer Erfolgsstory geworden. Der Kampf Mann gegen Mann auf vier Stationen elektrisiert seit jeher sowohl die Athleten als auch die Fans. Der bisher einmalige Grand Slam von Sven Hannawald war das absolute Highlight, der geteilte Sieg von Rekordgewinner Janne Ahonen und Jakub Janda ein unglaubliches Novum. Die Geschichte der Vierschanzentournee, die in diesem Jahr vom 29.12.2011-06.01.2012 ihre 60. Auflage erlebt, ist reich an Triumphen, Dramen und Anekdoten. Bis heute hat die deutsch-österreichische Traditionsveranstaltung nichts von ihrer Faszination eingebüßt und wird auch zum Jubiläum Millionen von Fans vor dem Fernseher und an den Schanzen begeistern.

DSV-Springer hungrig auf Erfolg

Werner Schuster, Trainer der deutschen Skispringer, hebt die Fahne (Foto: dapd)

Bundestrainer Schuster

Gerade das Jubiläum scheint die deutschen Skispringer besonders anzustacheln, sie wollen es bei der 60. Vierschanzentournee ordentlich krachen lassen. "Mit diesem Team sollte es möglich sein, eine deutlich bessere Tournee zu springen. Wir wollen ein gewichtiges Wörtchen mitreden", richtete Bundestrainer Werner Schuster eine Kampfansage an die Konkurrenz. Dazu gehören auch die Routiniers Martin Schmitt, Michael Neumayer und Stephan Hocke. Aber aus dem zwölfköpfigen Aufgebot, das Schuster nach den Springen auf den deutschen Schanzen in Oberstdorf (30. Dezember) und Garmisch-Partenkirchen (1. Januar) halbieren muss, ragt ein Duo heraus: Richard Freitag und Severin Freund.

Guter Start in diesen Winter

Richard Freitag auf dem Siegerpodest in Harrachov (Foto: AP/dapd)

Richard Freitag

Die befreundeten Zimmerkollegen haben dem deutschen Skisprung in diesem Winter mit vier Podestplätzen zu neuer Blüte verholfen und wollen die Millionen Fans vor dem Fernseher und an den Schanzen mit weiten Flügen verzücken. "Wir wollen mit einer positiven Grundhaltung und realistischen Erwartungen in die Tournee gehen und uns dann von der Welle tragen lassen", sagte Schuster. Vor allem der Höhenflug von Freitag, der vor zwei Wochen in Harrachov seinen ersten Weltcupsieg feierte, lässt Experten wie Kollegen ins Schwärmen geraten. "Er hat das Potenzial, sich dauerhaft in der Weltspitze zu etablieren", sagte der viermalige Tourneegewinner Jens Weißflog. Für Dieter Thoma, der 1989/90 triumphierte, hat der 20-Jährige das "Zeug zum Siegspringer" und "Starpotenzial". Und Martin Schmitt prophezeite: "Wenn Richard in einen Lauf kommt, dann kann er auch die Tournee gewinnen."

Daran mag Schuster zwar nicht denken. Aber der seit 2008 im Amt befindliche Chefcoach sieht seine beiden Vorzeigespringer auf Augenhöhe mit der bärenstarken Konkurrenz aus Österreich und Norwegen. "Dass wir in der Spitze mit zwei Sportlern vertreten sind, ist eine tolle Ausgangslage für die Tournee. Es ist mehr Spannung garantiert als in den Jahren zuvor", meinte Schuster.

Die Vorfreude ist groß

Severin Freund trägt seine Skier auf dem Weg zur Schanze während der Ski-WM in Oslo (Foto: AP/dapd)

Skispringer Severin Freund

Zumindest die Fans träumen von Höhenflügen, und die Organisatoren freuen sich über den unerwartet gut laufenden Ticketvorverkauf. Auch im Deutschen Skiverband (DSV) könnte die Stimmung kaum besser sein. "Dass es im deutschen Skispringen wieder aufwärts geht, ist ein Glücksfall für den Verband. Das ist kaum mit Geld aufzuwiegen", erklärte DSV-Generalsekretär Thomas Pfüller vor den beiden Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen. Komplettiert wird der Wettbewerb nach dem Jahreswechsel dann in Österreich: Am 4. Januar geht es in Innsbruck weiter, das abschließende vierte Springen findet zwei Tage später in Bischofshofen statt.

Und ein Ende der jetzt 60-jährigen Erfolgsstory "Vierschanzetournee " ist nicht absehbar. "Das Ganze ist eine spannende Sache, die meistens erst mit dem letzten Sprung entschieden wird, und ernährt sich aus sich selbst heraus", erklärt Martin Schmitt den Mythos.

Autor: Calle Kops (mit sid und dpa)
Redaktion: Wolfgang van Kann