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Wirtschaft

Optimismus statt Krise

Die Hannover Messe (7. bis 12. April 2003) gilt als weltweit größte Industrieschau: 6200 Aussteller aus 62 Ländern zeigen die neuesten Produkte aus Maschinenbau, Fabrikautomation, Mikrotechnologie und Energiewirtschaft.

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Saubere Baggerzylinder für die Messebesucher

Ungünstiger könnte das Umfeld für die weltgrößte Industrieschau nicht sein: Erstmals findet die Messe vor dem Hintergrund eines Krieges statt. Die Konjunktur liegt weltweit am Boden, und zudem sorgt die rätselhafte Lungenkrankheit SARS für Verunsicherung bei Ausstellern und Besuchern. Da gelten die 6200 Aussteller, die den Weg nach Hannover gefunden haben, schon als Erfolg. Zumal die Zahl derer, die aus dem Ausland kommen, deutlich größer ist als im vergangenen Jahr. Nach Italien stellt China mit über 280 Ausstellern das größte Kontingent. Am Montag (7.4.2003) öffnete sich die Hannover Messe 2003für das Publikum.

Auch der Irak-Krieg spielt eine Rolle

Hannover Messe Logo 2003

Hannover Messe Logo

Zwar gilt die "Hannover Messe Industrie" gemeinhin als Stimmungsbarometer, zwar werden die üblichen Impulse für die lahmende Konjunktur erhofft - doch über allen liegt der Schatten des Krieges. Das wurde auch in den Eröffnungsreden am Sonntagabend (6.4.2003) deutlich. So sagte Bundeskanzler Gerhard Schröder: "Ich fürchte, nach einer militärischen Niederlage des Regimes in Bagdad ist die Arbeit nicht zu Ende. Sie wird erst beginnen, weil die eigentliche Arbeit in der Stabilisierung der gesamten Region besteht."

Schröder bekräftigte seinen Willen, die im März vorgestellten Reformen jetzt zügig umzusetzen. Sie sollen einen Innovationsschub in Wirtschaft und Gesellschaft auslösen. Zu Abstrichen sei er nicht bereit. Unterstützung fand der Kanzler beim Präsidenten des Verbandes der Deutschen Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA), Dieter Klingelnberg. Ein mittelständisches Unternehmen könne es sich nicht länger leisten, 2200 Gesetze mit 50.000 Einzelvorschriften zu beachten: "Unsere Industrie spielt in der weltweiten Champions League nach wie vor um die Meisterschaft. Aber nicht wegen, sondern trotz der Rahmenbedingungen."

Bis zu 140.000 Ausbildungsplätze fehlen

Die Industriemesse wird am 7. April 2003 in Hannover eröffnet

Auch Kugellager gibt es in Hannover zu sehen

Der VDMA-Präsident zitierte aus einer Umfrage seines Verbandes, wonach wegen der viel zu hohen Lohnnebenkosten jedes zweite Unternehmen plane, in den nächsten Jahren ins Ausland abzuwandern. Dabei handele es sich um mittelständische Firmen, die traditionell eigentlich bodenständig seien. Der Bundeskanzler warb im Gegenzug für seine Steuerreform, mit der die Unternehmen in den kommenden zwei Jahren um weitere 32 Milliarden Euro entlastet würden. Zudem forderte der Kanzler die Wirtschaft für mehr Engagement bei der Ausbidlung junger Menschen auf: "Es fehlen in diesem Jahr mutmaßlich zwischen 120.000 und 140.000 Ausbildungsplätze. Die kann der Staat nicht vorhalten, sondern die muss die Wirtschaft schaffen. Ich weiß, dass sich dafür die Rahmenbedingungen bessern müssen." Es sein kurzfristig eine gemeinsame nationale Anstrengung nötig, um dieses Problem in den Griff zu bekommen.

Keine Beschränkungen wegen SARS

Wenn am Montag die Hannover Messe für das Publikum öffnet, ist unklar, ob es dann zu einer deutlichen Zurückhaltung auch wegen der Angst um die asiatische Lungenkrankheit SARS kommt. Die Deutsche Messe als Veranstalter hat jedenfalls keine Beschränkungen für Aussteller und Besucher aus Fernost getroffen. Das Risiko, so heißt es bei der Messeleitung, sei nicht höher als auf einem Flughafen oder Bahnhof. Dennoch habe man sich entsprechend vorbereitet und könne sofort handeln.

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