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Kultur

Optimismus nach dem Crash

Anzeigeneinbrüche, tiefrote Zahlen: Der deutsche Zeitungsmarkt steckt in der Krise. Wie sieht's in anderen Ländern aus? Zum Beispiel in den USA.

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Zögerlicher Aufschwung auch beim Automatenverkauf

Auf dem US-amerikanischen Zeitungsmarkt geht es nach einem harten Jahr langsam wieder bergauf. Nach herben
Einnahmeverlusten durch einen Werberückgang von neun Prozent im Jahr 2001 und massivem Stellenabbau erwarten die Zeitungsverleger nun wieder ein leichtes Plus.

Beim Tribune-Konzern, der mit der "Chicago Tribune" und der "Los Angeles Times" zwei der großen Zeitungen in den USA herausgibt, spricht die Geschäftsführung von "steten Fortschritten" und einer "Erholung" nach der schweren Anzeigenrezession. Auch der "New York Times"-Verlag, dem neben dem gleichnamigen Flaggschiff noch 17 weitere Zeitungen sowie acht Fernsehsender gehören, sieht sich wieder im Aufwind.

Ende des massiven Stellenabbaus

Wie viele Zeitungshäuser hatten die "New York Times" und die "Tribune" im vergangenen Jahr versucht, mit Kürzungen beim Personal die Krise zu meistern. Allein Knight Ridder, der zweitgrößte Zeitungskonzern des Landes, strich 1700 Jobs. Die Stellenstreichungen gingen so weit, dass der Vorsitzende des Zeitungsverlegerverbandes Newspaper Association of America (NAA), William Dean Singleton, bereits um künftige Wachstumschancen fürchtet. "Die Kürzungen in den Redaktionen sind weit genug gegangen - vielleicht zu weit."

"Viele Kürzungen erfolgten vor allem im Onlinebereich, in den die Zeitungen anfangs viel Geld gesteckt hatten. Zwar ist die Anfangseuphorie unter dem Kostendruck inzwischen ein wenig verflogen. Doch Jim Conaghan von der NAA ist sich sicher, dass die Zeitungen weiter im Onlinebereich investieren werden.

Fusionswelle erwartet

Conaghan und andere Experten erwarten demnächst eine neue Fusionswelle auf dem Markt. Sie gehen davon aus, dass die Medienaufsichtsbehörde FCC in Kürze die Kontrollen lockern wird, die einige große Konzerne jetzt noch daran hindern, neue Unternehmen dazu zu kaufen. Richard Bilotti von der Investmentfirma Morgan Stanley erwartet dann eine wahre Fusionsschlacht.

Hoffen auf den Regionalmarkt

Der NAA-Vorsitzende Singleton sieht die Chancen für Zeitungen vor allem in der Region. "Wachstum kann nur auf dem regionalen Markt erzielt werden. Die Schlacht muss auf diesem Markt geschlagen werden." Die NAA verweist darauf, dass die kleinen Regionalblätter die Krise besser überstanden hätten als viele der Großen.

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