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Aktuell Afrika

Oppositionsführer Moïse Katumbi verlässt den Kongo

Zu Hause droht ihm ein Strafprozess. Nun flog der Oppositionspolitiker nach Südafrika - für eine ärztliche Behandlung. Katumbi hatte angekündigt, gegen Staatschef Kabila bei der Präsidentenwahl anzutreten.

Es sei ein "medizinisches Flugzeug aus Lubumbashi" gelandet, hieß es von Seiten des Kontrollzentrums am Flughafen im südafrikanischen Johannesburg. An Bord: der Oppositionsführer Moïse Katumbi aus der Demokratischen Republik Kongo. Auch sein Bruder Abraham Katumbi und medizinisches Personal seien in der Maschine gewesen, teilten die Anwälte des Politikers mit. Die Brüder wollten sich in Südafrika in "ärztliche Beobachtung" begeben, hieß es weiter.

Drohender Prozess wegen "Anheuerns von Söldnern"

Moïse und Abraham Katumbi waren nach Angaben der

kongolesischen Opposition

vor gut einer Woche bei einer Protestveranstaltung in der Demokratischen Republik Kongo verletzt worden. Dabei war es zu Zusammenstößen zwischen Regierungsgegnern und der Polizei gekommen. Der 51-jährige Moïse,

Hauptgegner von Präsident Joseph Kabila

, leide wegen des Einsatzes von Tränengas unter Atemproblemen, hieß es.

Katumbis Gegner werfen ihm dagegen vor, seine gesundheitlichen Probleme vorzutäuschen, um einem Prozess zu entgehen. Der Geschäftsmann hatte kürzlich angekündigt, gegen Langzeitmachthaber Kabila anzutreten. Unmittelbar darauf wurden am 4. Mai Ermittlungen gegen Katumbi wegen Anheuerns ausländischer Söldner eingeleitet.

Verfassungsgericht stärkt Präsident Kabila

Der Oppositionsführer wies die Vorwürfe als "groteske Lügen" zurück und sprach von einem politisch motivierten Verfahren. Am Tag vor Katumbis Abflug nach Südafrika war bekannt geworden, dass ihm wegen Untergrabung der staatlichen Sicherheit der Prozess gemacht werden soll.

Präsident der Demokratischen Republik Kongo: Joseph Kabila (Foto: dpa)

Staatschef Joseph Kabila ist seit 2001 an der Macht

Im Kongo selbst sowie im Ausland gibt es Befürchtungen, dass Kabila die eigentlich für Ende des Jahres vorgesehene Präsidentschaftswahl hinauszögern will. Vergangene Woche

entschied das Verfassungsgericht

des Landes, dass der seit 2001 amtierende Präsident auch ohne eine Wiederwahl über 2016 hinaus im Amt bleiben könne.

cw/jj (afp, ape)