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Niger

Oppositionsführer im Niger zu Haftstrafe verurteilt

Der Exil-Politiker Hama Amadou wurde zu einem Jahr Haft verurteilt. Er soll Kinderhandel betrieben haben. Seine Anwälte prangern den Prozess als manipuliert an.

Niger Hama Amadou Parlamentspräsident (Getty Images/AFP/I. Sanogo)

Von 2011 bis 2013 war Hama Amadou Präsident der Nationalversammlung

Als die Richter in der Hauptstadt Niamey das Urteil gegen Hama Amadou verkündeten, war er nicht anwesend. Der Oppositionsführer, der bei den Wahlen 2016 für die Präsidentschaft kandidiert hatte, war bereits vor deren Ausgang nach Frankreich geflohen. 

Amadou wurde zu einem Jahr Gefängnis wegen "illegalen Kinderhandels" verurteilt. Ursprünglich hatte die Anklage lediglich auf Komplizenschaft gelautet. Amadou und weitere Angeklagte, unter anderem seine Frau und der ehemalige Landwirtschaftsminister Abdou Labo, sollen Babys aus dem Nachbarland Nigeria gekauft haben, um sie dann an wohlhabende Familien im Niger weiterzuverkaufen.

Die Verteidiger prangerten den nur einen Tag andauernden Prozess als manipuliert und politisch motiviert an. "Das Ziel der Verurteilung ist, eine weitere Präsidentschaftskandidatur 2021 unmöglich zu machen", sagte Souley Oumarou, einer von Amadous Anwälten. Aus Protest verließen die Verteidiger noch vor der Urteilsverkündung den Gerichtssaal. Sie kündigten an, Einspruch einzulegen.

Amadou war bereits im November 2015 wegen des Verdachts auf Kinderhandel im Niger festgenommen worden. Seinen Wahlkampf für die Wahlen 2016 führte er daraufhin vom Gefängnis aus. Kurz vor den Wahlen kam er aus gesundheitlichen Gründen frei und floh nach Frankreich. Der amtierende Präsident Mahamadou Issoufou gewann die Stichwahl mit 92 Prozent der Stimmen, weil die Opposition diese boykottierte.

Die Anschuldigungen gegen Amadou und die weiteren Angeklagten haben für Aufruhr im westafrikanischen Land gesorgt. Amadou bezeichnete sie in der Vergangenheit mehrfach als politisches Manöver. Auf Demonstrationen Anfang März forderten tausende Nigrer, ihn und andere "politische Gefangene" freizulassen.

ie/stu (kna/afp/rtr)

 

 

 

 

 

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