Oppositionelle auf den Malediven kommen frei | Aktuell Asien | DW | 01.02.2018
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Asien

Oppositionelle auf den Malediven kommen frei

Diese Amnestie dürfte nicht jedem gefallen. Denn sie öffnet auch dem früheren Präsidenten Nasheed eine Tür: zur Kandidatur gegen den jetzigen Amtsinhaber Yameen.

Sundance Film Festival, New Climate Lunch Roundtable, Mohamed Nasheed (Getty Images/M.Winkelmeyer)

Steht seine Rückkehr bevor? Ex-Präsident Nasheed, der im britischen Exil lebt (Archivbild)

Das Oberste Gericht der Malediven hat die Freilassung aller wichtigen politischen Gefangenen angeordnet. Zugleich hob das Gericht das Urteil gegen den ehemaligen Staatschef Mohamed Nasheed auf. Dieser war 2015 in einem umstrittenen Verfahren wegen Terrorvorwürfen zu einer 13-jährigen Haftstrafe verurteilt worden. Die UN und zahlreiche westliche Staaten hatten damals den Prozess und die Verurteilung gemäß den Anti-Terror-Gesetzen des Landes kritisiert.

Nasheed hatte die Malediven von 2008 bis 2013 regiert. Anfang 2016 durfte er zu einer medizinischen Behandlung nach Großbritannien ausreisen, wo ihm Asyl gewährt wurde. Seitdem lebt er im Londoner Exil. Die jetzt getroffene Entscheidung des Obersten Gerichts ermöglicht ihm, in seine Heimat zurückzukehren. Bei der Präsidentenwahl in diesem Jahr könnte er an der Spitze eines Oppositionsbündnisses gegen den derzeitigen Amtsinhaber Abdullah Yameen antreten.

Nasheed und fünf weitere Oppositionspolitiker, deren Freilassung das Gericht anordnete, werfen Yameen Korruption und illegale Bereicherung vor. Die politische Lage im Touristenparadies der Malediven im Indischen Ozean war in den vergangenen Jahren stark angespannt. Die wichtigsten Oppositionspolitiker saßen entweder im Gefängnis oder mussten das Land verlassen.

jj/haz (afp, ap)