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Aktuell Afrika

Opposition im Kongo ruft zu Protesten auf

Die Opposition in der Republik Kongo will das Ergebnis der umstrittenen Präsidentenwahl nicht hinnehmen. Bei der Abstimmung hatte sich Langzeitmachthaber Sassou-Nguesso eine dritte Amtszeit gesichert.

Anhänger des Oppositionskandidaten Guy-Brice Parfait Kolélas demonstrieren in Brazzaville (Foto: AFP)

Anhänger des Oppositionskandidaten Guy-Brice Parfait Kolélas demonstrieren in Brazzaville

Eine Woche nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in der Republik Kongo-Brazzaville hat die Opposition zu Protesten aufgerufen. Diese sollten friedlich verlaufen, heißt es in einer Erklärung von fünf unterlegenen Kandidaten. Sie bezeichneten die Umstände der Wahl als "Machtmissbrauch".

Bei der Abstimmung war der langjährige Staatschef Denis Sassou-Nguesso nach offiziellen Angaben mit 60 Prozent in seinem Amt bestätigt worden. Der Protestaufruf wurde nun von seinen mit 15 beziehungsweise 14 Prozent zweit- und drittplatzierten Herausforderern Guy-Brice Parfait Kolélas und Jean-Marie Michel Mokoko sowie den Kandidaten Claudine Munari, André Okombi Salissa und Pascal Tsaty Mabiala unterzeichnet.

Neuauszählung der Stimmen verlangt

Die Opposition erhebt Manipulationsvorwürfe gegen die Staatsführung und fordert eine Neuauszählung der Stimmen. In der Erklärung heißt es, die Bürger des Landes sollten "von ihrem Souveränitätsrecht Gebrauch machen", friedlich protestieren und zivilen Ungehorsam üben. Für Dienstag riefen die Oppositionskandidaten ihre Anhänger zu einem Streik auf.

Immer wieder protestieren in der Hauptstadt Brazzaville Regierungsgegner gegen das Wahlergebnis (Foto: AFP)

Immer wieder protestieren in der Hauptstadt Brazzaville Regierungsgegner gegen das Wahlergebnis

Die neue Kandidatur von Sassou-Nguesso war erst durch ein umstrittenes Referendum ermöglicht worden. Der 72-Jährige war 1979 an die Macht gelangt und regiert das zentralafrikanische Land seitdem mit einer Pause von fünf Jahren in den 1990er Jahren. Bereits bei seiner Wiederwahl 2002 und 2009 hatte die Opposition von Manipulation gesprochen.

Das Referendum über eine Verfassungsänderung Ende Oktober im Kongo war von Regierungsgegnern boykottiert worden. Damit war der Weg frei für eine dritte Kandidatur Sassou-Nguessos. Das bis dahin auf 70 Jahre festgesetzte Höchstalter eines Staatschefs sowie die Begrenzung auf zwei Amtszeiten wurden aufgehoben.

se/wl (afp)

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