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Monsunregen

Opferzahl steigt nach Monsun in Nepal, Indien und Bangladesch weiter an

In Nepal, Indien und Bangladesch sind bei Überschwemmungen und Erdrutschen mindestens 165 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden befürchten weitere Tote, weil viele Menschen noch vermisst werden.

Hilfskräfte im Einsatz in Biratnagar in Nepal (Foto: picture-alliance/dpa)

Hilfskräfte im Einsatz in Biratnagar in Nepal

Nach dreitägigem starken Monsunregen vermelden die Behörden in Nepal 70 Tote, in Indien 73 und in Bangladesh 22. Ganze Landstriche stehen unter Wasser. Im indischen Bundesstaat Assam im Nordosten des Landes leben inzwischen 200.000 Bewohner in Notaufnahmelagern. Im östlichen Bundesstaat Bihar mussten 15.000 Menschen ihre Häuser verlassen. In Nepal wurden offiziellen Angaben zufolge 48.000 Häuser überflutet. "Die Rettungsarbeiten sind angelaufen, doch die Wasserpegel sind noch nicht zurückgegangen", teilte das nepalesische Katastrophenschutzzentrum mit. Die Überschwemmungen hatten tausende Menschen zur Flucht in höher gelegene Gebiete gezwungen.

Im Norden von Bangladesch sind rund 700.000 Menschen den Fluten weitgehend schutzlos ausgeliefert, wie die Behörden mitteilten. Seit 1988 habe es nicht mehr solche Wassermassen geben, sagte ein Sprecher.

Busse werden in Schlucht gerisssen

In Indien kamen mindestens 45 Menschen durch eine Schlammlawine ums Leben. Sie riss im Bundesstaat Himachal Pradesh im gebirgigen Norden des Landes zwei Busse in eine Schlucht. Die Suchaktion dauert nach Angaben der Armee noch an.

Laut Polizeiangaben standen die Busse zum Zeitpunkt des Unglücks, sie waren auf einem Parkplatz abgestellt. Einige Passagiere holten sich in der Pause gerade etwas zu Essen. Himachal Pradesh liegt in den Ausläufern des Himalaya-Gebirges.

Überflutete Straße im südlich der nepalesischen Hauptstadt Katmandu gelegenen Patan (Foto: Getty Images/AFP/P. Mathema)

Überflutete Straße im südlich der nepalesischen Hauptstadt Katmandu gelegenen Patan

Die Monsunzeit dauert in der Regel von Ende Juni bis Ende August. In diesem Jahr starben dabei in Nepal schon mehr als 100 Menschen. Die Wetterbehörde des Landes erklärte, die Bevölkerung müsse sich auf weitere starke Regenfälle einstellen. 47 Menschen werden noch vermisst, Hilfskräfte versuchen, in entlegene Flutgebiete vorzusztoßen.  "Einige Dörfer und Siedlungen sind jedoch nicht zu erreichen", sagte ein Sprecher des nepalesischen Roten Kreuzes. Weil die Telekommunikation immer noch unterbrochen ist, sei es schwierig, das Ausmaß der Katastrophe zu ermessen. Der Rot-Kreuz-Sprecher warnte, der Mangel an Trinkwasser und Lebensmitteln könne eine humanitäre Krise in dem armen Himalaya-Staat auslösen.

Vor allem Nepals fruchtbarste Region betroffen 

Erschwerend kommt hinzu, dass die Überschwemmungen ausgerechnet Nepals fruchtbarstes Gebiet, die Terai-Region im Süden des Landes, getroffen haben. "Wir erhalten Berichte, dass rund 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Terai überflutet sind", teilte ein Agrar-Experte mit. Der kleine Himalaya-Staat wird häufig von Naturkatastrophen heimgesucht. 2015 starben bei einem Erdbeben in Nepal etwa 9000 Menschen.

sti/haz/as (afp, dpa)

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