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Kultur

Opferzahl dramatisch angestiegen

Bei dem Seebeben in Südasien sollen nach jüngsten Angaben bis zu 220.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Am Donnerstag (20.1.) fand im Deutschen Bundestag ein Staatsakt für die Opfer der Katastrophe statt.

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Mit den neuen Angaben aus Indonesien steigt die Gesamtzahl der Toten in der asiatischen Katastrophenregion auf rund 220.000. Grund für den plötzlichen hohen Anstieg der Opferzahl seien neueste Berichte aus bisher nicht zugänglichen Regionen.

Berichte aus Banda Aceh

Karte Indonesien mit Banda Aceh

So seien in Teilen der indonesischen Provinz Aceh 75 Prozent der Bevölkerung ums Leben gekommen und alle Wohnhäuser zerstört worden, berichtete am Mittwochabend (19.1.1005) Kevin Kennedy vom UN-Büro für die Koordination humanitärer Einsätze. Haniff Asmara von der Sozialbehörde in Aceh sagte am Mittwoch, pro Tag würden im Schnitt 2000 Tote in der Provinzhauptstadt Banda Aceh und an der Nordwestküste Sumatras geborgen. Nach Angaben des Sozialministeriums in Jakarta sind rund 700.000 Menschen obdachlos.

Seuchen-Gefahr

Banda Aceh, Äußerungen des Schocks in Graffiti

Angst vor Seuchen

Der Weltgesundheitsorganisation WHO bereitet die Gefahr des Ausbruchs von Seuchen weiterhin Sorge. Der WHO-Sprecher in Aceh, Bob Dietz, sagte, es werde besonders auf einen möglichen Ausbruch von Cholera, existierende Fälle von Malaria und andere durch Wasser übertragbare Krankheiten geachtet.

Indien

In Indien wurde am Mittwoch ein Regierungsprogramm zum Wiederaufbau vorgestellt. Die indische Regierung kündigte ein Hilfspaket von umgerechnet 482 Millionen Euro für die betroffenen Küsten an. Nach offiziellen Angaben starben in Indien 10.749 Menschen durch die Flutkatastrophe. 5640 werden noch vermisst.

Sri Lanka

Ruinen in Sri Lanka

Ruinen in Sri Lanka

Auch auf Sri Lanka wurde ein Programm zum Wiederaufbau des Landes gestartet. Bei einer Grundsteinlegung im Süden des Landes, das 20 Jahre lang unter Bürgerkrieg litt, rief Präsidentin Chandrika Kumaratunga zur nationalen Einheit auf. In Sri Lanka wurden bei der Naturkatastrophe nach Regierungsangaben 38.195 Menschen getötet; die Zahl der Vermissten liegt bei 6200.

Die Zahl der in den Flutgebieten offiziell vermissten Deutschen ist seit Dienstag von 598 auf 581 gesunken, teilte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Walter Lindner, in Berlin mit.

Uneinigkeit über Katastrophenschutz

Auf der UN-Konferenz zum Katastrophenschutz in Kobe erklärten die Vereinten Nationen unterdessen, dass sie beim internationalen Katastrophenschutz eine Führungsrolle übernehmen wollen. "Wir meinen, dass wir die gemeinsame Plattform stellen sollten", sagte Patricio Bernal, Leiter der Interstaatlichen Ozeanographischen Kommission (IOC) bei der UNESCO. In Kobe geht es vor allem um ein Frühwarnsystem für den Indischen Ozean. Allerdings herrscht Uneinigkeit darüber, wie das System aussehen und wer es einrichten soll.

Verschiedene Ansätze

Die UNESCO plant deshalb zwei Konferenzen in Paris - die erste für Anfang März - um eine Einigung herbeizuführen.
Die UNESCO hat die Einrichtung eines Netzwerks am Indischen Ozeans vorgeschlagen, das 23 Millionen Euro
kosten soll. Bis Mitte 2007 soll es so ausgeweitet werden, dass es die ganze Welt umspannt. Indien bietet anderen Ländern den Beitritt zu einem Frühwarnsystem an, das es für sich selbst plant. Indonesien ist dafür, ein vom Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) betriebenes Erdbebenwarnsystem für die Tsunami-Erkennung umzurüsten. Auch Deutschland bietet ein Warnsystem an.

Laut Salvano Briceno, Direktor des UN-Strategieprogramms für Katastropheneindämmung, planen die Vereinten Nationen ein weltweites Frühwarnsystem zum Schutz vor Naturkatastrophen unterschiedlicher Art. Erfasst werden sollen beispielsweise Tsunamis, Wirbelstürme und Erdrutsche, aber auch Dürreperioden. (ch)

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