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Politik

Opfer der Zensur

Die eingeschränkte Kriegsberichterstattung und Medienpolitik der USA und Auswirkungen des Krieges auf die arabische Welt sind Themen der arabischen Presseschau am Dienstag (8.4.2003).

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Die in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheinende unabhängige Zeitung AL-BAYAN kritisiert die Medien-Politik der USA im Irak-Krieg. Im Zentrum der Kritik steht die Berichterstattung der so genannten "eingebetteten Journalisten" - jener Reporter, die die amerikanischen und britischen Truppen begleiten:

"Kennzeichnend für die Berichterstattung dieser Journalisten ist, dass sie nicht frei arbeiten können. Sie verbreiten nur die Informationen, die sie von den kriegführenden Parteien erhalten und weitergeben dürfen. Das ist das Produkt einer bewussten Medien-Politik, die der amerikanische Verteidigungsminister ausgearbeitet und vorgeschrieben hat. Nur das, was nicht der Zensur von Donald Rumsfeld zum Opfer fällt, erreicht die Menschen in den USA."

Hingegen meint die amtliche syrische Zeitung TASCHREEN, dass trotz aller Falschinformationen die wahren Hintergründe des Krieges nicht verschleiert werden konnten:

"Millionen von Menschen gehen auf die Straßen und bekunden ihre Ablehnung gegenüber einem Krieg, der weder juristisch noch moralisch begründet werden kann. Allerdings ist die amerikanische Administration nicht gewillt, auf sie zu hören. Sie kennt nur noch die Sprache der Gewalt."

Die saudi-arabische Zeitung OKAZ beschäftigt sich mit der Diskussion um die Zukunft des Iraks. Das Blatt schreibt:

"Die Lage im Irak ist sehr gefährlich. Und deshalb ist es erforderlich, dass das irakische Volk seine Zukunft selbst gestaltet. Weder ein westliches Mandat noch eine so genannte fremde Schutzmacht ist akzeptabel - es sei denn, man will das Völkerrecht abschaffen. Jeder Staat, der einem anderen Staat seine Politik mit Gewalt aufzwingt, muss dafür verurteilt werden, weil er einen Bruch des Völkerrechts begeht."

Die halbamtliche ägyptische Zeitung AL-AHRAM appelliert an die arabischen Staaten, nach dem Irak-Krieg eine einheitliche Position zu finden. Das sei von existenzieller Bedeutung. Weiter heißt es:

"Die arabische Nation darf angesichts der Katastrophe im Irak nicht aufgeben. Die arabischen Staaten müssen sich weiter bemühen, den Krieg zu beenden, sie müssen den internationale Widerstand gegen die amerikanische Politik unterstützen und die Aggression gegen den Irak auf internationaler Ebene verurteilen. Gleichzeitig müssen die arabischen Staaten ihre eigenen Wunden heilen und die Streitigkeiten beseitigen, damit die Solidarität wiederhergestellt wird. Dies kann nur durch Vertrauen und nicht durch gegenseitige Vorwürfe erreicht werden. Denn es geht nun um die Frage der Existenz der Araber."

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