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Wirtschaft

Opel vor Zahlungsunfähigkeit?

Nach dem Insolvenzantrag des schwedischen Traditionsunternehmens Saab droht auch dem deutschen Autobauer Opel das Aus. Wie es heißt, könnte Opel bereits im Frühjahr zahlungsunfähig sein.

Ampel am Opel-Werk Bochum (Foto: AP)

Bleibt die Ampel auf rot?

Zu diesem Fazit kommt laut Medienberichten der sogenannte Bürgschaftsausschuss, in dem die Bundesländer mit Opel-Standorten und mehrere Bundesministerien vertreten sind. Opel selbst lehnte am Samstag (21.02.2009) jegliche Stellungnahme ab. Das Bundeswirtschaftsministerium verwies auf die vertraulichen Beratungen im Bürgschaftsausschuss und mahnte nochmals ein Sanierungskonzept von Opel an.

3,3 Milliarden Bürgschaft?

Angeblich benötigt Opel eine deutlich höhere Staatsbürgschaft als bisher angenommen. Die Bundesregierung beziffere den Liquiditätsbedarf des Unternehmens auf aktuell 3,3 Milliarden Euro, erfuhr das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Zuletzt war noch von Bürgschaften in Höhe von lediglich 1,8 Milliarden Euro die Rede.

Die prekäre Lage bei Opel verstärkt auch den Druck auf eine Lösung des Autobauers vom amerikanischen Mutterkonzern GM. Ohne finanzielle Selbstständigkeit dürfte Opel von den Banken kaum die zur Rettung des Unternehmens dringend benötigten Kredite erhalten.

Streit um Staatshilfen

Jürgen Rüttgers (Quelle: DW-TV)

Kämpft für Opel: NRW-Ministerpräsident Rüttgers

Derweil gewinnt die Diskussion über mögliche Staatshilfen an Schärfe. Während etwa der nordrhein-westfälische Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) dem Opel-Konzern Bürgschaften zumindest in Aussicht stellte, stießen derartige Hilfen gerade in Teilen des Wirtschaftsflügels der CDU/CSU auf Ablehnung. Das Geld wandere sofort zur Konzernmutter General Motors in die USA, warnte etwa der Sprecher des Parlamentskreises Mittelstand, Michael Fuchs. Eine Insolvenz von Opel werde nicht zu vermeiden sein, meinte er. SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier sprach sich für eine europäische Lösung aus. Wer Opel retten wolle, müsse weiter denken "als bis zum nächsten Kirchturm", sagte Steinmeier. Notwendig sei eine Abstimmung mit den Standorten in Großbritannien, Spanien, Polen und anderswo.

Daimler winkt ab

Daimler hat nach eigenem Bekunden keinerlei Interesse, den um sein Überleben kämpfenden Konkurrenten zu kaufen. "Ich bin überzeugt, dass unser Platz im Premiumsegment ist", sagte Konzernchef Dieter Zetsche der "Stuttgarter Zeitung". Dabei verwies er auch auf "nicht positive" Erfahrungen beim Zusammenschluss von Daimler mit dem US-Unternehmen Chrysler.

"Schluss, finito und kaputt"

SAAB-Logo (Quelle: AP)

Droht Opel das gleiche Schicksal wie Saab?

In Schweden werden die Zukunftsaussichten von Saab -ebenfalls eine GM-Tochter- äußerst skeptisch beurteilt. Die Zeitung "Svenska Dagbladet" zitierte als Schlagzeile auf der Titelseite ihren eigenen Kommentar: "Saab ist bankrott. Schluss, finito und kaputt." Das Blatt "Expressen" schrieb: "Das meiste spricht dafür, dass Saab jetzt untergeht. Auf längere Sicht würde man den Beschäftigten durch künstliche Beatmung keinen Gefallen tun." Saab hatte am Freitag Insolvenz beantragt, will die Produktion aber vorerst fortsetzen. Im Zuge der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise hatte GM angekündigt, weltweit etwa jeden fünften Arbeitsplatz zu streichen. Im Gespräch sind auch Werksschließungen in Europa. (wa)

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