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Wirtschaft

Opel-Mutter GM will an die Börse

Vor einem Jahr war General Motors insolvent, nun zieht es den Autobauer aus Detroit zurück an die Börse. Die US-Regierung will so das Geld zurückbekommen, das sie für die Rettung des Opel-Mutterkonzern ausgeben musste.

Die General Motors Zentrale in Detroit, USA (Foto: AP)

Die General-Motors-Zentrale in Detroit, USA

General Motors kehrt zurück an die Wall Street: Ein Jahr nach der Insolvenz hat der US-Autobauer am Mittwoch (18.08.2010) den Börsengang beantragt. Per Schreiben an die US-Börsenaufsicht SEC beantragte das Unternehmen, an den Handelsplätzen New York und Toronto notiert zu werden. GM machte allerdings keine Angaben, wie viele Aktien ausgegeben werden sollen und zu welchem Preis.

Zeitpunkt noch unklar

Autos (Foto: AP)

GM macht wieder Gewinn

General Motors hatte vor gut einem Jahr Insolvenz anmelden müssen und sich auch von der New Yorker Börse zurückgezogen. Die US-Regierung rettete den Autobauer und übernahm 61 Prozent des Unternehmens. Nun will sie im Zuge des Börsenganges einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Auf diese Weise soll wenigstens ein Teil der 50 Milliarden Dollar wieder zurück in die Staatskasse fließen, die der Staat zur Rettung des traditionsreichen Autobauers ausgeben musste.

Insgesamt zehn Banken sind an dem neuen GM-Börsengang beteiligt. Darunter ist auch die Deutsche Bank. Wann genau wieder GM-Aktien gehandelt werden können, ist noch unklar. Ein möglicher Termin wäre der Herbst - denn im November sind in den USA Kongresswahlen und Präsident Barack Obama könnte dann wirtschaftspolitische Erfolge wie einen GM-Börsengang gut gebrauchen.

Ziel der Regierung in Washington ist es, über den Verkauf von Aktien ihren Anteil auf unter 50 Prozent und damit auf eine Minderheitsbeteiligung zu reduzieren. GM stellte aber klar, dass auch nach dem Börsengang der Staat eine entscheidende Rolle spielen werde. Er werde größter Anteilseigner sein.

Erst auf lange Sicht dürften sich die USA und Kanada vollständig aus dem Unternehmen herausziehen. Auch Kanada und die Gewerkschaften könnten bei der Börsenrückkehr von GM Aktien auf den Markt werfen. Sie hatten dem Konzern ebenfalls mit Geld beziehungsweise mit Zugeständnissen bei den Personalkosten geholfen.

Wiederaufstieg des Autogiganten

Daniel Akerson (Foto: AP)

Neuer Konzernchef ab September: Daniel Akerson

Marktbeobachter schätzen das Volumen der auszugebenden Aktien auf zwölf bis 16 Milliarden Dollar (9,3 bis 12,4 Milliarden Euro). Damit wäre es der zweitgrößte Börsengang der US-Geschichte. Nur das Kreditkartenunternehmen Visa kam 2008 auf Aktienverkäufe von mehr als 19 Milliarden Dollar.

General Motors selbst wird lediglich Vorzugsaktien ausgeben. Diese sind nicht stimmberechtigt. Das eingenommene Geld könnte dann etwa in die Entwicklung spritsparender Autos fließen. GM nannte die Senkung des Verbrauchs als eines der Ziele, um auch jene Kunden zurückzugewinnen, die wegen der Insolvenz abgewandert sind.

General Motors war nach der Insolvenz 2009 Anfang 2010 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Erst in der vergangenen Woche hatte GM einen Milliardengewinn bekanntgeben können. Rund 1,3 Milliarden Dollar verdiente das Unternehmen demnach von April bis Juni. Unternehmensangaben zufolge sind vor allem die Verkaufszahlen auf dem US-Markt deutlich gestiegen. In Südamerika erwartet GM im Jahr 2010 für die gesamte Autobranche einen Rekordabsatz.

Am 1. September bekommt GM außerdem eine neue Führung. Der bisherige Konzernchef Ed Whitacre wechselt an die Spitze des Verwaltungsrats. Sein Nachfolger wird Daniel Akerson, zuletzt Chefmanager des US-Investmentfonds Carlyle.

Autor: Stephan Stickelmann / Dirk Eckert (afp, dpa)

Redaktion: Walter Lausch

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