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Wirtschaft

Opel macht Verlust, GM macht Kasse

Autobauer Opel ist noch immer in der Verlustzone gefangen. Das ist keine Überraschung. Überraschend dagegen sind die Quartalszahlen der Konzernmutter General Motors in den USA: GM legt ein Rekordergebnis vor.

Der größte US-Autohersteller General Motors feiert ein starkes Comeback. Nach der Finanzkrise von 2008 nur knapp an der Pleite vorbeigeschliddert, liefert der Konzern nun Rekordgewinne. Der SUV- und Pickup-Boom im Heimatmarkt und starke Geschäfte in China spülen General Motors (GM) einen Rekordgewinn in die Kasse.

Unter dem Strich kletterte der Gewinn zum Vorjahr von 2,8 Milliarden auf 9,7 Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Euro), wie der größte US-Autohersteller mitteilte. Der Umsatz ging zwar von 155,9 auf 152,4 Milliarden zurück. Doch das lag am starken Dollar, der die Auslandseinnahmen nach Umrechnung in US-Währung schmälert. "Es war ein starkes Jahr mit Rekordverkäufen und –gewinnen", kommentierte Vorstandschefin Mary Barra die Zahlen.

Dem billigen Öl sei Dank

GM profitiert besonders von einem durch Billigsprit und günstige Finanzierungszinsen befeuerten Absatz-Boom bei Geländewagen und Pritschenwagen in den USA. Zudem ist der Konzern erfolgreich in China. Allein im vierten Quartal stieg der Überschuss im Jahresvergleich von 1,1 auf 6,3 Milliarden Dollar. Allerdings sind die Zahlen stark durch Sonderfaktoren verzerrt und schwer vergleichbar. Im Vorjahr hatte die Bilanz kräftig unter hohen Kosten nach einer Pannenserie wegen defekter Zündschlösser gelitten.

Aber auch operativ lief es zuletzt besser als erwartet - der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn legte von 2,4 auf 2,8 Milliarden Dollar zu. Den Umsatz hielt GM im Schlussquartal stabil zum Vorjahr bei 39,6 Milliarden Dollar. Dank verbesserter Profitmargen blieb jedoch mehr Geld in der Kasse. Die Prognosen der Analysten wurden mit dem Geschäftsbericht übertroffen. Der Konzern bestätigte seine Jahresziele und will den Gewinn 2016 weiter steigern.

Opel fährt noch immer hinterher

Europa bleibt jedoch ein Schwachpunkt. Im Europageschäft blieb unter dem Strich ein operativer Verlust von 813 Millionen Dollar (744 Millionen Euro), eine gute halbe Milliarde weniger als im Jahr zuvor (1369 Millionen Dollar). Im vierten Quartal war der operative Verlust im GM-Europageschäft auf 298 Millionen US-Dollar gesunken nach 393 Millionen Dollar im Schlussquartal 2014. Währungseffekte und der Rückzug aus dem russischen Markt belasteten das Geschäft.

Die deutsche Tochter Opel verbessert sich zwar - macht aber weiter Verlust. Die Rückkehr in die Gewinnzone ist für dieses Jahr geplant. "Wir können uns nicht zurücklehnen und mit dem bisher Erreichten zufrieden sein", betonte Opel-Chef Neumann in einem Schreiben an die Mitarbeiter. Es müsse alles getan werden, um wieder profitabel zu werden. "Das ist und bleibt zwar ein ambitioniertes Ziel, aber ohne Ehrgeiz gibt es keinen Fortschritt."