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Wirtschaft

Opel kehrt Russland den Rücken

Die Krise in Russland trifft den Autobauer Opel hart: Der Absatz ist eingebrochen, die Marge angesichts des schwachen Rubels auch. Opel fürchtet ein Fass ohne Boden - und verlässt das Land.

Opel zieht die Reißleine: Angesichts der tiefen Absatzkrise in Russland stellt der Autobauer sein Geschäft auf dem einstigen Hoffnungsmarkt zum Jahresende ein. Auch Chevrolet, ebenfalls eine Marke des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM), werde sich zum Dezember weitestgehend aus Russland zurückziehen, so ein Konzernsprecher. Künftig werde sich GM mit etablierten Marken wie Cadillac auf das Premiumsegment des russischen Marktes konzentrieren. Die Volumenmodelle von Chevrolet sollen dagegen nicht mehr angeboten werden.

Keine weitere Produktion in Russland

Das Fahrzeugwerk von General Motors in St. Petersburg wird stillgelegt; schon zur Jahresmitte soll dort das letzte Auto vom Band rollen. Und auch die Auftragsfertigung von Chevrolet-Fahrzeugen beim russischen Partner GAZ wird beendet. Die Opel-Gruppe beschäftigt derzeit 1000 Mitarbeiter in St. Petersburg und 300 weitere in Moskau. Wegen der Folgen des Russland-Ukraine-Konflikts und des schwachen Rubels hatte Opel sein Geschäft in Russland schon 2014 gedrosselt und die Führung umgebaut. Damals hieß es aber noch aus der deutschen Opel-Zentrale, man glaube an das langfristige Potenzial Russlands.

Opel in Bochum (Foto: dpa)

Im Dezember 2014 hatte Opel das Werk in Bochum geschlossen

Absatz von GM in Russland bricht dramatisch ein

Inzwischen hat man angesichts der aktuellen Zahlen resigniert: Gerade einmal 912 Autos verkaufte Opel im Februar in Russland - das ist ein Minus von 86 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die russische Wirtschaft leidet derzeit massiv unter den niedrigen Ölpreisen und den Sanktionen, die der Westen im Ukraine-Konflikt gegen Moskau verhängt hat.

Für das Jahr 2015 rechnet Russland mit einer Rezession. Rund 70.000 Autos, die Opel in diesem Jahr in Russland habe absetzen wollen, sollen nun in anderen Märkten verkauft werden. Noch 2013 war Russland nach Deutschland und Großbritannien der drittgrößte Markt für den Hersteller.

Opel hält an Prognosen fest

Trotz des Rückschlags in Russland glaubt Opel an steigende Zahlen für ganz Europa. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann sagte, man bekräftige das Ziel, 2016 in Europa wieder profitabel zu sein. Gleichzeitig hält Neumann an dem Plan fest, den Marktanteil in Europa von 6,7 Prozent im vergangenen Jahr bis zum Jahr 2022 auf acht Prozent zu steigern. Erst Ende vergangenen Jahres hatte Opel mit dem Werk in Bochum auch in Deutschland eine Fabrik geschlossen.

bru / dk (AFP, Reuters, dpa)

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